Studenten streiten und strampeln


Strampeln für bessere Bildung: Eine kleine Gruppe von Studierenden brach nach Vollversammlung und Podiumsdiskussion zu einer Fahrraddemo durch die Stadt auf.Foto:
Strampeln für bessere Bildung: Eine kleine Gruppe von Studierenden brach nach Vollversammlung und Podiumsdiskussion zu einer Fahrraddemo durch die Stadt auf.Foto:
(Oliver Werner)


Münster - „Die Aktionswoche zum bevorstehenden Bildungsstreik läuft nicht nur, sie fährt sogar. Gestern schwangen sich Studierende, die für eine bessere Bildung demonstrieren, in dieser Angelegenheit auf ihre Leezen. Der überschaubare Protestzug per Fahrrad rollte am Nachmittag durch die Innenstadt.

„Es ist wichtig, dass die Studenten wissen, wo die Politiker stehen“, meint Christian van Bebber, Finanzreferent des AStA. Das ist jetzt zumindest in einigen Punkten klar: „Das Hochschulfreiheitsgesetz muss abgeschafft werden, denn Bildung ist mehr als nur Wissensvermittlung und ökonomische Verwertbarkeit“, sagte SPD-Spitzenkandidatin Hannelore Kraft. Sie war gestern auf dem Podium im Hörsaal des Fürstenberghauses die prominenteste Rednerin. Auch die Studiengebühren sollen im Fall eines Wahlsieges der SPD schrittweise abgeschafft werden, so Kraft. Außer ihr diskutierten unter anderen die Landtagskandidaten Thomas Sternberg (CDU), Josefine Paul (Grüne), Petra Pabst (FDP) und Rüdiger Sagel (Linke). Der CDU-Landtagsabgeordnete Thomas Sternberg verteidigte ebenso wie die junge liberale Landtagskandidatin Petra Pabst die durch die schwarz-gelbe Landes-Regierung in den vergangenen fünf Jahren vollzogenen Reformen inklusive der eingeführten Studiengebühren. Dass es sich - zwei Wochen vor der Landtagswahl - um eine Wahlkampfveranstaltung handelte, wurde schnell klar: Nicht nur inhaltliche Argumente, sondern auch Sticheleien, tauschten die Politiker aus.


Bevor die Politiker auf dem Podium das Wort ergriffen, hatte der AStA zu einer Vollversammlung eingeladen. Dabei verabschiedeten die über 400 anwesenden Studierenden eine Forderung an den Landtag, den Hochschulrat wieder abzuschaffen.

Beim Thema „Studicard“ waren die Studenten sich einig, dass der neue elektronische Studentenausweis aus Datenschutzgründen keinen Chip enthalten dürfe.

Am Ende überwog bei vielen das Gefühl, eine Wahlkampfveranstaltung besucht zu haben, fasste Student Christoph Creutziger zusammen. „Eher polemisch und oberflächlich“, resümierte Studentin Mirjam Zastrow.

VON CHRISTINA SCHUG, MÜNSTER


23 · 04 · 10





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