Münster - Was fällt Studierenden ein, wenn sie die Formulierung „neue Wände“ hören? Denkt man da an Neubaugebiete? An Umzüge, frisch gestrichene Zimmer, an Tapeziertische und Kleister? Oder vielleicht an die symbolischen Wände, die erst eingerissen und dann neu gebaut werden? Der Germanist Dr. Ortwin Lämke könnte auf all das eine Antwort geben. Aber er macht es nicht. Ja, er fände es kontraproduktiv, die „neuen Wände“ intellektuell auseinander zu nehmen und sich in eine Debatte über die Deutungshoheit zu verstricken.
„Neue Wände“ heißt ein studentisches Kulturfestival, das am 30. und 31. Oktober an den Städtischen Bühnen stattfindet. Lämke gehört zu den künstlerischen Leitern und betreut in dieser Funktion einen Kurzgeschichten-Wettbewerb. Die Aufgabe? „Neue Wände“ natürlich. Aus früheren Wettbewerben weiß Lämke, dass es sehr gut ist, „ein Thema offen zu lassen, damit die Autoren es kreativ füllen können“. Die Siegerbeiträge werden am Festivalwochenende vorgestellt und in der münsterischen Literaturzeitschrift „Am Erker“ publiziert.