Literatur-Wettbewerb: Autoren gesucht!


Festivalleiter Dr. Ortwin Lämke von der Uni.
Festivalleiter Dr. Ortwin Lämke von der Uni.


Münster - Was fällt Studierenden ein, wenn sie die Formulierung „neue Wände“ hören? Denkt man da an Neubaugebiete? An Umzüge, frisch gestrichene Zimmer, an Tapeziertische und Kleister? Oder vielleicht an die symbolischen Wände, die erst eingerissen und dann neu gebaut werden? Der Germanist Dr. Ortwin Lämke könnte auf all das eine Antwort geben. Aber er macht es nicht. Ja, er fände es kontraproduktiv, die „neuen Wände“ intellektuell auseinander zu nehmen und sich in eine Debatte über die Deutungshoheit zu verstricken.

„Neue Wände“ heißt ein studentisches Kulturfestival, das am 30. und 31. Oktober an den Städtischen Bühnen stattfindet. Lämke gehört zu den künstlerischen Leitern und betreut in dieser Funktion einen Kurzgeschichten-Wettbewerb. Die Aufgabe? „Neue Wände“ natürlich. Aus früheren Wettbewerben weiß Lämke, dass es sehr gut ist, „ein Thema offen zu lassen, damit die Autoren es kreativ füllen können“. Die Siegerbeiträge werden am Festivalwochenende vorgestellt und in der münsterischen Literaturzeitschrift „Am Erker“ publiziert.


„Erker“-Redakteur Joachim Feldmann kann sich gut vorstellen, dass die „Wände-Thematik“ reichlich Stoff für ambitionierte Nachwuchs-Autoren bietet: „Wände sind ambivalent: sie können schützen, aber auch trennen.“ Und überhaupt: Gerade zur Lebenswirklichkeit junger Menschen gehöre es, „ständig neue Wände zu erleben“.

Zum sechsten Mal seit 1999 schreibt der „Erker“ den Kurzgeschichtenwettbewerb aus. Dass die Siegerehrung im Stadttheater stattfindet und der Wettbewerb Teil eines großen Festivals ist, betrachtet Feldmann „als eine feine Sache“.

Das Festival selbst gehört wiederum zum Mega-Projekt des Jahres, nämlich zur Kulturhauptstadt Ruhr 2010. Als unterlegene Bewerberstadt durfte Münster die „Neuen Wände“ als Programmpunkt nach Essen melden.

» Details zum Kurzgeschichten-Wettbewerb „Neue Wände“: Teilnehmen können alle Angehörigen münsterischer Hochschulen. Die Kurzgeschichten sollten einen Umfang von 7500 Zeichen nicht überschreiten und müssen in sechsfacher Ausführung bis zum 30. August vorliegen. Der Autorenname darf nicht auf dem Manuskript vermerkt werden, sondern sollte in einem separaten Begleitschreiben genannt werden. Als Preisgeld winken 1000 Euro. Die besten Beiträge werden am Festivalwochenende vorgetragen. Die Adresse: Kulturbüro der WWU, Kennwort „Neue Wände“, Robert-Koch-Straße 29, 48149 Münster.

VON KLAUS BAUMEISTER, MÜNSTER


07 · 05 · 10




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