Erst eine halbe Stunde Vereinsmitglied - und Vogel abgeschossen


Schützenkönigin Tanja Garbisch war erst eine halbe Stunde im Orts- und Schützenverein Gremmendorf, als sie den Vogel abschoss.
Schützenkönigin Tanja Garbisch war erst eine halbe Stunde im Orts- und Schützenverein Gremmendorf, als sie den Vogel abschoss.
(Foto: Claus Röttig)


Münster - Der Schreck stand ihr ins Gesicht geschrieben, denn so war das sicher nicht geplant: Tanja Garbisch ist mit dem 355. Schuss Königin des Orts- und Schützenvereins Gremmendorf geworden. Doch die frisch gebackene Majestät hatte eigentlich überhaupt nicht damit gerechnet, denn es war ihr erster Schuss, den sie überhaupt in dem Verein abgegeben hat. Mehr noch: Garbisch war erst eine halbe Stunde vor dem Schuss in den Verein eingetreten.

„Eine Stunde vorher ist der Bruder eingetreten und hat dann die Schwester überredet, auch Mitglied zu werden“, erklärte der Vorsitzende Thomas Leugner. Dann habe sie für den Bruder, der mit um die Königswürde stritt, den Weg bereiten wollen. „Ich habe meinen ersten Schuss abgegeben und der Vogel fiel auf einmal“, so die erschrockene Königin. „Das war nicht geplant - da habe ich erst einmal einen Schock fürs Leben bekommen.“


Doch einen Tag nach dem Vogelschuss sieht es Garbisch wieder entspannter. „Das ziehe ich jetzt durch.“ Zum Prinzgemahl wählte sie Daniel Jung.

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Aber mehr noch: Der frisch gebackene Kaiser der Schützen, Günther Richter, der den Vogel mit dem 189. Schuss von der Stange holte, ist nicht nur der König des Vorjahrs, sondern auch der Vater der amtierenden Königin. „Es bleibt eben alles in der Familie“, so der trockene Kommentar.

Schon am Freitag begann das 87. Fest mit dem traditionellen Königsball, bei dem sich Richter und seine Kaiserin Karin von dem Gefolge „verabschiedete“. Zusammen mit rund 150 Gästen und unter der Begleitung des Kaiserpaares des Vorjahres, Franz Frankrone und seiner Kaiserin Kläre, ging es bis tief in die Nacht. Zudem gab es eine Überraschung, die Oberst Detlev Simons organisiert hatte. „Keiner hat auch nur eine Ahnung, was es denn sein könnte“, so Leugner vorsichtig.

Doch schon am nächsten Morgen mussten die Schützen wieder fit sein, denn es ging im Marsch zum König. „Wir hatten eigentlich Glück mit dem Wetter - aber da sind wir einmal bis auf die Haut nass geworden“, lachte der Vorsitzende. Danach bewiesen die Schützen ihr Können an der Vogelstange. Dabei sicherte sich Frank Kula den Apfel, das Zepter ging an Pierre Schnittka und die Krone an Dominik Timmermann. Dann folgte der goldene Schuss von Garbisch. Bruder Tobias Garbisch wurde zum Adjutanten erklärt, die Ehrendamen sind Marita Liebl und Jennifer Heithoff. Das Amt des Adjutanten des Kaisers übernimmt Gerd Liebl.

Kinderkönig wurde Dominik Leugner, Kinderkönigin wurde Tanja Gabirschs Tochter Nora.

VON CLAUS RÖTTIG


29 · 08 · 10





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