Indie-Legende Phillip Boa in Münster


Phillip Boa & The Voodoo Club präsentieren am Freitagabend im Metropolis am Hauptbahnhof eine „Best-of“-Show.
Phillip Boa & The Voodoo Club präsentieren am Freitagabend im Metropolis am Hauptbahnhof eine „Best-of“-Show.


Münster - Phillip Boa & The Voodooclub ist eine der großen deutschen Indie-Legenden. Am Freitagabend präsentiert die Formation eine „Best-of-Show“ im Metropolis. Mit Phillip Boa sprach WN-Redakteur Martin Kalitschke.

Herr Boa. . .



Boa: Phillip. . .

Eigentlich heißen Sie ja Ernst Ulrich Figgen.

Boa: (Lange Pause.) Deutsche Namen passen nicht so gut, wenn die Musik international ausgelegt ist. Außerdem ist Ernst Ulrich Figgen nicht so glamourös.



Ihre musikalischen Wurzeln liegen in den Achtzigern.

Boa: Als Schüler war ich zwei Mal in London. Das hat mich sehr geprägt. Die Musik, die mich damals begeisterte, hieß zu diesem Zeitpunkt nicht mehr „Punk“, sondern „New Wave“. Vor allem die Sex Pistols habe ich auf Anhieb gemocht. „God save the queen.“ Das hat mich umgehauen. Diese politische und künstlerische Wut. Dieser Wunsch nach Anarchie. . .

Waren Sie damals auch wütend?

Boa: Wut ist vielleicht ein zu harter Ausdruck. Ich würde eher von Unwillen, Zweifeln und Unmut sprechen. Ohne Besessenheit, ohne Kampf ist doch keine künstlerische Entwicklung möglich.

Sie werden als einer der ersten Indie-Musiker bezeichnet. Heute, so scheint es, ist irgendwie alles „Indie“.

Boa: Stimmt, wir waren eine der ersten Independent Bands. Eigentlich wollte ich ja studieren und Musik nur nebenher machen. Ich hätte nie geglaubt, dass ich irgendwann einmal von der Musik leben kann.

Was haben Sie studiert?

Boa: Ich habe Design versucht und dann Wiso gemacht. Das hat mir später dabei geholfen, mein Label gut zu führen.

Heute leben Sie auf der Mittelmeerinsel Malta.

Boa: Richtig, ich habe dort ein eigenes Studio aufgebaut. Es war eigentlich Zufall, dass ich dort landete, und irgendwie bin ich dann hängengeblieben. Seit zehn Jahren ist mein Studio richtig groß, Rammstein haben dort kürzlich eine Platte aufgenommen.

Sie haben in Dortmund das Licht der Welt erblickt. Da kennen Sie bestimmt auch Münster gut.

Boa: Es gab da so einen Club, wo ich immer hingefahren bin, um mir Konzerte anzuschauen. . .

Das Odeon?

Boa: Genau. Im alten Jovel gab es auch immer gute Konzerte. Das neue kenne ich leider nicht. . .

Am Freitagabend spielen Sie im Metropolis. Was steht auf dem Programm?

Boa: Ein „Best of“ aus den letzten Jahrzehnten. Außerdem sechs Stücke, die meine Fans auswählen durften.

Dieses Jahr spielen Sie gerade mal sieben Konzerte.

Boa: Richtig. 2012 kommt allerdings ein neues Album auf den Markt. Nach der Veröffentlichung werden wir dann wieder verstärkt touren.

» Freitag, 20 Uhr, Metropolis am Hauptbahnhof. Als Special Guest werden Sasu auf der Bühne stehen.



09 · 09 · 10





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