Schillergymnasium/Gallitzin-Schule

Integrationsplätze wenig begehrt - Eltern vermissen Angebot im Süden


Endlich gibt es an weiterführenden Schulen in Münster Angebote zum gemeinsamen Unterricht von Kindern mit und ohne Behinderung - doch die neu geschaffenen Plätze sind wenig begehrt. Foto:
Endlich gibt es an weiterführenden Schulen in Münster Angebote zum gemeinsamen Unterricht von Kindern mit und ohne Behinderung - doch die neu geschaffenen Plätze sind wenig begehrt. Foto:
(Colourbox)


Münster - Rund 30 Kinder mit einer Behinderung werden zum Schuljahresende münsterische Grundschulen verlassen. Bisher besuchten sie Integrationsklassen in Regelschulen - und erstmals besteht für etwa die Hälfte von ihnen die Möglichkeit, weiterhin gemeinsam mit nicht behinderten Kindern unterrichtet zu werden.

Am Schillergymnasium und an der Fürstin-von-Gallitzin-Schule werden erstmals jeweils fünf Kinder mit Behinderungen in Regelklassen aufgenommen - doch ein Teil der Plätze bleibt voraussichtlich leer. Am Schillergymnasium sind inzwischen vier Kinder mit Behinderungen für die neue Integrationsklasse angemeldet worden, an der Fürstin-von-Gallitzin-Schule sind es nur zwei.


An den beiden Schulen und im Schulamt wird über die Ursachen gerätselt. „Vielleicht sind es nur Anlaufschwierigkeiten“, mutmaßt Winfried Mörchen, stellvertretender Leiter des Schulamtes. Die Zurückhaltung wundert ihn schon: Da wurden von Eltern viele Jahre lang vehement Integrationsangebote im Sekundarbereich gefordert, dazu bereite Schulen lange vergeblich gesucht. Nun gibt es immerhin mit dem seit längerem bestehenden Angebot der Droste-Hauptschule zusammen 15 Plätze in den fünften Klassen. Nur die Plätze an der Hauptschule sind vergeben.

Im Schillergymnasium, dessen Lehrer sich unter anderem durch Hospitationen in der privaten Montessori-Schule an der Soester Straße auf die neue Aufgabe vorbereiten, habe es bei den Eltern der Kinder ohne Behinderung kaum Vorbehalte gegeben, sagt die stellvertretende Schulleiterin Claudia Sarnowski. Für die erforderlichen 15 der angemeldeten Schüler hätten die Eltern ausdrücklich eingewilligt. Michael Oppenberg, Leiter der Gallitzin-Realschule, betont, dass noch weitere Kinder aufgenommen werden können. „Vielleicht ist unser Angebot zu kurzfristig gekommen“, meint er.

Irritation herrscht bei Eltern von Kindern mit Behinderung im Süden der Stadt. „Hier gibt es überhaupt kein Angebot“, sagt Birgit Leonhard, Mutter eines Kindes mit Down-Syndrom, das zurzeit die Grundschule Berg-Fidel besucht. Hier werden 45 Kinder mit Behinderungen unterrichtet. Besonders verwunderlich findet Leonhard, dass ein Antrag der Geist-Hauptschule, künftig integrative Klassen einrichten zu dürfen, von Stadt und Bezirksregierung nicht genehmigt wurde. „An der Geistschule gibt es bereits Erfahrungen mit der Einzelintegration behinderter Kinder“, betont Leonhard. Im Schulamt heißt es dazu, es fehle der Bedarf.

VON KARIN VÖLKER, MÜNSTER


09 · 06 · 11





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