Münster - Marco Lehmann ist guten Mutes. Der junge Mann rollt durch die Messehalle Süd. Und ist fasziniert von dem Angebot. „Bis heute Abend bin ich nicht fertig“, weiß er schon gegen Mittag. Morgen komme er wieder . . . Für ihn, der nach einem Unfall seit Jahren an den Rollstuhl gefesselt ist, bietet Münsters erste Pflegemesse zahlreiche Info-Stände. Er informiert sich über Hilfsmittel im Alltag, Gesetzesvorgaben zum Pflegegeld und Urlaubsmöglichkeiten für Menschen mit Behinderung. Über 100 Aussteller haben sich auf 5000 Quadratmeter ausgebreitet und bieten Einblicke in die vielfältige Welt der Pflege. Wobei die Messe mit ihrem Leitgedanken sich bewusst davon löst, das Thema in die Seniorenecke zu schieben: „Pflege ist keine Frage des Alters“.
Wobei auf der anderen Seite auch deutlich wird: Die demografische Entwicklung, das Älterwerden der Gesellschaft, lässt den Bedarf an Pflege mit all ihren Möglichkeiten und Angeboten deutlich wachsen. Wohl auch deshalb erlebte die Messe gestern an ihrem Eröffnungstag schon so großes Interesse.
Bürgermeisterin Karin Reismann würdigte die Premiere als „wunderbare Möglichkeit, eine Lücke zu schließen und einen regionalen Treffpunkt für Pflegemanagement, Pflegepersonal und pflegende Angehörige zu schaffen“. Die Pflegelandschaft in Münster, so betonte sie, sei gekennzeichnet durch ein vielfältiges und flächendeckendes Angebot. Leicht gerate diese Vielfalt aber auch zum „Pflegedschungel“, in dem sich viele Betroffene und pflegende Angehörige nicht auf Anhieb zurechtfinden könnten. Professionelle und umfassende Beratung, wie sie diese Messe biete, sei da genau das Richtige, um das Dickicht in diesem Dschungel zu durchdringen.
Pflege im Alter und bei Demenz, Palliativpflege und häusliche Pflege sind die drei Schwerpunkte der Messe. Neben den Informationsständen wird ein umfassendes Vortrags-Rahmenprogramm angeboten, das sich unter anderem mit der Zukunft der Pflege, Ernährung im Alter, Urlaub mit Pflegebedürftigen und mobiler geriatrischer Rehabilitation, Gedächtnistraining, Möglichkeiten der Tagespflege sowie Wohnformen im Alter beschäftigt.
Für „tierische Abwechslung“ sorgen neben den Therapieschweinchen Rudi und Felix zwei weitere Vierbeiner: Ferres und Vinchen. Der Border-Collie-Rüde und die Australian-Shepherd-Hündin sind engagiert und begeistert als Therapiehunde im Einsatz. Frauchen Leona Vehlow setzt sie bei ganz verschiedenen Krisen und Problemen ein - mit großem Erfolg. An ihrem Stand können sich Besucher überzeugen - und gleich Freundschaft mit Ferres und Vinchen schließen. Wie es denen auf der Messe gefällt? „Super“, sagt Leona Vehlow und weist auf die beiden Hundehütten im Hintergrund. Wenn es ihnen zu bunt werde, dann gingen sie schlafen . . .|
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