Münster. „Der Joker Antibiotika wurde in der Vergangenheit leider zu häufig gezogen“, bringt es Dr. Alexander Friedrich auf den Punkt. Der Oberarzt am Institut für Hygiene im Uniklinikum koordiniert ein Programm, mit dem die Ausbreitung anitbiotikaresistenter Bakterien wie der gefürchteten MRSA eingedämmt werden kann. Denn daran Erkrankte haben kaum Heilungschancen.
Deshalb ist man am Uniklinikum stolz darauf, erstmals in diesem Jahr das „Euregio MRSA-net“ Qualitäts- und Transparenzsiegel erhalten zu haben, betont der Ärztliche Direktor, Prof. Dr. Norbert Roeder. Zum Schutz der Patienten werden seit 2006 alle stationär aufgenommenen Patienten auf MRSA getestet - 42 000 pro Jahr. Bei 1,3 Prozent der Patienten wurde eine Besiedelung mit MRSA-Keimen ermittelt. Ein Abstrich aus der Nasenschleimhaut bringt es ans Licht und entscheidet über das weitere Prozedere. Wenn möglich werden Operationen in diesem Fall verschoben, um mit speziellen Spülungen und Gurgellösungen einen Krankheitsausbruch zu verhindern.