Obwohl Münster während des 1618 ausbrechenden Dreißigjährigen Krieges einige Male von fremden Truppen bedroht wurde, so 1633/34, erlitt die stark befestigte Stadt keinen Schaden. Im Jahre 1643 rückte sie dann erstmals ins Blickfeld der europäischen Mächte, die ja damals zugleich Weltpolitik betrieben.
Nach längeren Vorverhandlungen hatten sich diese auf Münster und Osnabrück als Orte von Friedensgesprächen geeinigt. Das hatte seinen Grund: Weil die kriegführenden Parteien unbedingt an zwei verschiedenen Orten verhandeln wollten, drängte sich, auch im Hinblick auf einen raschen Verlauf der Unterredungen, die räumliche Nähe beider Städte auf. Hinzu kam, dass die beiden Städte in den bisherigen Auseinandersetzungen kaum Schaden genommen hatten und, wenn auch unter Schwierigkeiten, die große Schar der Diplomaten aufnehmen konnten. So saßen in Münster die Abgesandten des Kaisers und der katholischen Reichsstände den Diplomaten Frankreichs gegenüber. Außerdem verhandelten hier Spanien und die Vereinigten Niederlande über die Beilegung ihres seit achtzig Jahren währenden Krieges.