Der Sellerie ist überführt

Schüler untersuchen Tütensuppen


Leistungskursschüler des KvG und Studenten der Uni Münster fahnden gemeinsam nach dem genetischen Fingerabdruck - in diesem Fall nach Sellerie in der Tütensuppe. Foto:
Leistungskursschüler des KvG und Studenten der Uni Münster fahnden gemeinsam nach dem genetischen Fingerabdruck - in diesem Fall nach Sellerie in der Tütensuppe. Foto:
(gro)


Münster-Hiltrup - Fleißige Krimi-Gucker wissen Bescheid. Eine achtlos am Tatort weggeworfene Zigaretten-Kippe kann den Täter überführen. Der genetische Fingerabdruck bringt die Ermittler auf die Spur.

Doch wie funktioniert das? Und wie kann es sein, dass eine klitzekleine Menge DNA, die an der Zigarettenkippe anzutreffen ist, am Ende ausreicht, einen Mensch zu identifizieren? Das Geheimnis liegt in der Polymerase-Kettenreaktion, kurz PCR: Schon ein bis zwei DNA-Moleküle, die sich vervielfältigten lassen, reichen aus, um genügend DNA für eine Analyse zu erzeugen.


Das Verfahren wandten jetzt am Kardinal-von-Galen-Gymnasium zwei Biologie-Leistungskurse unter Leitung von Kirsten Cramer und Carsten Ritter an, die sich mit dem Thema Genetik beschäftigen. Unterstützt wurden sie von Doktoranden und Studenten von Prof. Dr. Michael Hippler vom Institut für Biologie und Biotechnologie der Pflanzen. Sie analysierten jedoch keine Zigarettenkippen potenzieller Täter, sondern zwei verschiedene Tütensuppen.

Tütensuppen? Warum ausgerechnet Tütensuppen? In denen auch noch nach so etwas Harmlosem wie einen Gemüse namens Sellerie gefahndet wird. Ist das nicht todlangweilig? Die beiden Doktorandinnen Sonja Bergner und Bernadeta Kukuczka klären mit einem Lächeln auf. Viele Menschen reagieren auf Sellerie allergisch, wissen sie. Deshalb sollte auf der Packung angegeben sein, ob diese Doldenblütler sich darin befinden. Die einfache Angabe, es würden Aromen verwendet, reiche nicht aus. Immerhin 30 Prozent der Bevölkerung reagiere allergisch auf die Suppenwürze. Vermutlich ohne es immer genau zu wissen. Sellerie sei die dritthäufigste Lebensmittelallergie, sagen die beiden Doktorandinnen.

Währenddessen haben die Schüler begonnen, die Frühlingssuppe und die Waldpilzsuppe, beide aus der Tüten eines namhaften Herstellers, unter die Lupe zu nehmen. Wie die Ermittler, die ein Kriminalverbrechen aufklären, isolieren sie die DNA-Moleküle, starten eine Polymerase-Kettenreaktion und nehmen zur Kenntnis, dass in beiden Tütensuppen Sellerie enthalten ist. Nur dass bei der Waldpilzsuppe keine Angaben dazu auf der Verpackung zu finden sind. Also ein Volltreffer!

VON MICHAEL GROTTENDIECK, HILTRUP


27 · 01 · 12





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