Therapeutin singt und spielt

Frühgeborenenstation: Musik lässt Babys besser wachsen


Entspannung pur: Wenn Musiktherapeutin Verena Lodde (M.) zur Gitarre greift, geht es nicht nur den Frühchen Emma (r.) und Henrik gut, sondern auch ihren Müttern Melanie Stein (l.) und Uta Hinkelmann. Foto:
Entspannung pur: Wenn Musiktherapeutin Verena Lodde (M.) zur Gitarre greift, geht es nicht nur den Frühchen Emma (r.) und Henrik gut, sondern auch ihren Müttern Melanie Stein (l.) und Uta Hinkelmann. Foto:
(Matthias Ahlke)


Münster - Emma dürfte eigentlich erst sechs Wochen alt sein - geboren ist das Baby der münsterischen Familie Hinkelmann schon im Februar in der 23. Schwangerschaftswoche. Gerade mal ein gutes Pfund brachte Emma damals auf die Waage, inzwischen hat sie das Gewicht eines normalen Neugeborenen. Der kleine Henrik sollte momentan normalerweise noch im Bauch seiner Mutter Melanie Stein wachsen, geboren wurde er schon am 4. Mai nach 26 Wochen Schwangerschaft.

Die beiden „Frühchen“ haben sich prächtig entwickelt - und auch wenn Prof. Heymut Omran, Chef der Kinderklinik des Universitätsklinikums, es streng wissenschaftlich nicht beweisen kann: Die Musiktherapie von Verena Lodde hat daran einen nicht unwesentlichen Anteil. Etwa 40 zu früh geborene Babys im Uniklinikum haben schon von Verena Loddes musikalischer Förderung profitiert.


Die Vereine „Das frühgeborene Kind Münster“ und „Herzenswünsche“ unterstützen gemeinsam das Angebot für die im UKM geborenen Winzlinge und ihre Eltern.

Uta Hinkelmann, die Emma vor kurzem mit nach Hause nehmen durfte, ist im Nachhinein immer noch ganz begeistert: „Wenn Verena Lodde mit ihren Instrumenten kommt, setzt auf der Station eine allgemeine Entspannung ein - bei Kindern und Eltern.“

Letztere werden von der Musiktherapeutin vom Verein „Musik auf Rädern“ einbezogen, sollen, wenn möglich, selbst ihrem Kind vorsingen oder Instrumente spielen.

„Hallo, hallo, hallo“, singt Verena Lodde im Zimmer des kleinen Henrik und zupft dazu sanfte Akkorde auf der Gitarre. Auch Ärztin Dr. Isabell Hörning-Franz hört zu. „Zuerst hatten wir Bedenken, die Musik könnte auf der Station zu viel Unruhe bringen.“ Aber dann habe sich genau das Gegenteil herausgestellt; „Da wo Frau Lodde mit ihren Instrumenten spielt, ist es am leisesten.“ Auch die zahlreichen Überwachungsgeräte hätten seltener Alarm gegeben: „Musik tut eben gut.“

VON KARIN VÖLKER, MÜNSTER


22 · 07 · 11



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