Uniklinikum

Zentrum für Erwachsene mit angeborenen Herzfehlern erhält Auszeichnung


Freuen sich über das Zertifikat: Prof. Dr. Helmut Baumgartner, Direktor des EMAH-Zentrums, Prof. Dr. Norbert Roeder, UKM-Vorstandsvorsitzender, Prof. Dr. Hans H. Scheld, Direktor der Klinik für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie, und Dr. Stefan Kotthoff, Oberarzt der Klinik für Kinderkardiologie (v.r.)Foto:

Freuen sich über das Zertifikat: Prof. Dr. Helmut Baumgartner, Direktor des EMAH-Zentrums, Prof. Dr. Norbert Roeder, UKM-Vorstandsvorsitzender,

Prof. Dr. Hans H. Scheld, Direktor der Klinik für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie, und Dr. Stefan Kotthoff, Oberarzt der Klinik für Kinderkardiologie (v.r.)Foto:
(bn)



Münster - Prof. Dr. Hans Scheld kann sich an die Anfänge erinnern. „1989 habe ich in Münster die ersten Säuglinge am Herzen operiert.“ Was damals neu war, ist heute üblich. Während damals viele herzkranke Kinder früh starben, werden heute über 90 Prozent erwachsen. Mit all den Problemen, die dazu gehören.

Scheld saß am Donnerstag mit einem Wiener im Besprechungszimmer der Uni-Verwaltung. Einer, der weiß, was lebenslange Betreuung Herzkranker bedeutet. Prof. Dr. Helmut Baumgartner war Vorsitzender einer Task Force, die internationale Richtlinien für die Behandlung von Erwachsenen mit Herzfehlern (EMAH) verfasste. Seit 2008 leitet er das EMAH-Zentrum am UKM. Gestern präsentierte er stolz ein Zertifikat, das dem Klinikum Qualität bescheinigt.


Das EMAH-Zentrum hat sich zertifizieren lassen - und zwar von drei Medizinischen Fachgesellschaften gleichzeitig. „Ein einzigartiges Verfahren“, sagt UKM-Vorstandsvorsitzender Prof. Dr. Norbert Roeder. Nur drei Kliniken in Deutschland haben dieses Gütesiegel bisher erhalten, neben Münster sind es die Deutschen Herzzentren in Berlin und München.

Dass sich Münster mit Metropolen messen kann, sagt Baumgartner, hänge mit den erheblichen Mitteln zusammen, die für sein Fachgebiet zur Verfügung gestellt würden. Nicht zuletzt ist dabei die EMAH-Stiftung von Karla Völlm eine Triebfeder gewesen, deren Tochter selbst an angeborenem Herzfehler litt.

Junge Herzpatienten müssen in ihrem Leben oft mehrfach operiert werden. Nicht selten haben sie auch Probleme mit anderen Organen. Herkömmliche Kliniken wären mit der Behandlung oft überfordert. Für fünf Millionen Menschen bräuchte man ein EMAH-Zentrum, sagt Prof. Baumgartner. Davon ist man in Deutschland noch weit entfernt.

Was es bringt, hat der Kinderkardiologe Dr. Stefan Kotthoff erlebt: „Wir dachten früher, wir könnten die Kinder bis ins Greisenalter betreuen. Jetzt lerne ich Dinge, die ich vorher nicht wusste - das ist extrem fruchtbar.“

VON GÜNTER BENNING, MÜNSTER


04 · 08 · 11



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