Wohn- und Stadtbau droht noch nicht mit Räumung


Die Situation an der Grevener Straße: links das besetzte Gebäude, ganz rechts der erste Neubau.
Die Situation an der Grevener Straße: links das besetzte Gebäude, ganz rechts der erste Neubau.


Münster - „Wir werden in Ruhe den neuen Sachverhalt beraten. Es besteht keine Dringlichkeit.“ Zurückhaltend reagierte am Montag Klemens Nottenkemper, Chef des münsterischen Wohnungsunternehmens Wohn- und Stadtbau, auf die Besetzung des Gebäudes Grevener Straße 53 durch autonome Gruppen.

Die Wohn- und Stadtbau hat diese Häuserzeile von der Stadt erworben, um die alten Gebäude abzureißen und Neubauten zu errichten.


Der Mietvertrag war zum 31. Dezember abgelaufen. Unmittelbar nachdem Vertreter des Zentrums „Versetzt“ bei der Wohn- und Stadtbau die Schlüssel abgegeben hatten, kam es zur (Wieder)-Besetzung des Gebäudes.

Nach Auskunft von Nottenkemper laufen derzeit Gespräche mit dem Ziel einer anderweitigen Unterbringung. Zugleich ließ der Wohn- und Stadtbau-Chef aber keinen Zweifel daran, dass sich sein Unternehmen auf der juristisch sicheren Seite befinde: „Wir haben eine Abriss- und eine Baugenehmigung.“

Der Verein für Autonomie, Soziokultur und Kommunikation, der bislang das „Versetzt“ angemietet hatte, erklärte sich inzwischen solidarisch mit den Besetzern. Der Verein fordert einen Stopp der Abrisspläne. Die vorgesehenen neuen Gebäude werten sie als „Verdrängung von benachteiligten Bevölkerungsgruppen aus dem Innenstadtbereich“.

Nottenkemper weist im Gegenzug darauf hin, dass sechs der insgesamt acht Mietparteien in den Häusern Grevener Straße 53 und 55 bereits auf das Angebot einer neuen Wohnung eingegangen sei. Der benachbarte Neubau an der Grevener Straße sei ebenfalls voll vermietet.

Peter Mai, Vorsitzender des Deutschen Gewerkschafts-Bundes in Münster, hat sich unterdessen mit den Bewohnern der zum Abriss vorgesehenen Häusern solidarisiert. Ihre Bemühungen seien „beachtenswert“.

VON KLAUS BAUMEISTER, MÜNSTER


05 · 01 · 09



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