Dülmen. Josef Lenz, der seit 1975 zum Ensemble der plattdeutschen Kolping-Theatergruppe gehört, ist schon in viele Rollen geschlüpft. Des Öfteren gab er den Bauern, mehrmals spielte er einen Kommissar, ganz oft auch den bösen Buben oder den Knecht. Ein Regent war er allerdings noch nie. Beim letzten Dülmener Königsschießen des Jahres 2011 packte der 57-Jährige die Gelegenheit deshalb beim Schopf. Mit dem 283. Schuss machte er dem hölzernen Federvieh um 17.45 Uhr den Garaus, eroberte die glänzende Silberkette der Kolpingfamilie und setzte sich unter dem Applaus der zahlreich anwesenden Zuschauer die Krone auf.
Damit sicherte sich der überglückliche Josef Lenz auf den letzten Drücker auch noch die Teilnahme am Kaiserschießen im Rahmen des Stadtjubiläums, und natürlich würde er auch diesen Titel am 18. September all zu gerne an seine Fahnen heften. „Fast alle Mitglieder meines Kegelclubs Quietschende Buben' sind schon einmal Schützenkönig gewesen. Da habe ich jetzt gleich gezogen“, stellt Lenz bei der nicht enden wollenden Gratulationscour mit Genugtuung fest, verrät darüber hinaus aber: „Kaiser war noch keiner meiner Kegelbrüder, da wäre ich der Erste!“
Beim abendlichen Familienball im Kolpinghaus stellte die neue Majestät den Untertanen seine Königin Karin Griese, Brigitte Lenz und Erich Griese als Ehrenpaar und Erika sowie Norbert Kluge als Mundschenkpaar vor. Begrüßt wurde der Thron durch einen zünftigen Fahnenschlag, bevor die Kolpinger und ihre Gäste zur Musik der Band Travados ausgelassen feierten. Nur wenige Stunden, nachdem die Lichter im Festsaal ausgegangen waren, klangen die Feierlichkeiten am Montagvormittag mit dem traditionellen Frühschoppen aus.
Für flotte Töne und gute Stimmung sorgte die Blasmusik Dülmen 09, und während des offiziellen Teils standen mehrere Verabschiedungen und Beförderungen auf dem Programm. Zufrieden mit dem Schützenfest zeigte sich Wilfried Erckens, der Vorsitzende der Kolpingfamilie Dülmen: „Vom Fackelzug über die heilige Messe und den Festball bis zum Frühschoppen haben wir alle ein sehr harmonisches Fest rund um ein spannendes Vogelschießen erlebt, bei dem der Spaß und die Heiterkeit eindeutig im Vordergrund standen und sich alle unsere Gäste und Abordnungen der Nachbarvereine sehr wohl gefühlt haben.“