Warendorf - Ein Schuss, ein Schrei und ganz viel Jubel: Peter Reeken heißt der neue König der Bürgerschützen. Der 57 Jahre alte Rechtsanwalt und Notar war mit dem 259. Schuss endlich am Ziel seiner Wünsche. Beim vierten Anlauf hatte er das Glück auf seiner Seite und ein sicheres Händchen. Der Adler gab den Geist auf. Reken war überglücklich: „Endlich hat es geklappt.“
Neben Reeken gab es noch zwei weitere Aspiranten, die ganz heiß bei der Sache waren: Peter Trabold und Dr. Wolfram Busse. Sie waren faire Verlierer. Und im nächsten Jahr ist ja wieder Schützenfest . . .
Reeken ist übrigens bereits zum dritten Mal in Amt und Würden: Im Jahr 2000 war er König der Schützengarde. Und 1993 schoss er bereits beim Schützenverein Hinter den drei Brücken den Vogel ab. So gesehen also ein Mann mit majestätischer Erfahrung.
Reeken ist Jäger, Vorsitzender des AC Warendorf , aktiv in der Kommunalpolitik - und er ist gebürtiger Freckenhorster. Der neue Mann auf dem Bürgerschützenthron kann also als gelungenes Produkt der gesellschaftlichen Integration betrachtet werden. Im Bürgerschützenverein wachsen die Ortsteile - wie man sieht - organisch zusammen.
Bei herrlichem Sonnenschein hatten die Bürgerschützen ihr Fest der Feste mit dem Antreten auf dem historischen Marktplatz begonnen. Präses Hermann Josef Vinke konnte bestens zufrieden sein: Die Formationen hatten sich wie immer ordentlich in Schale geschmissen - und sie boten den zahlreichen Zuschauern, die sich das Ereignis nicht entgehen lassen wollten, ein buntes Bild. Ex-Majestäten, Hellebardiere, Ehrengarde, Schützengarde, Offizierskorps und „Schwattjacken“ machten den Markt zum Paradeplatz. Es war wieder alles am Start, was zu einem gelungenen Bürgerschützenfest gehört: Fahnenschläger, Marschmusik, Nationalhymne, Promis wie Landrat Dr. Olaf Gericke und Bürgermeister Jochen Walter, die Kutschen des Landgestüts.
Das scheidende Königspaar Dirk Bußmann und Annette Brinkmann wird sicherlich mit Wehmut die letzte royale Marschrunde rund um den Markt genossen haben. Sie haben ihre Regierungszeit jedenfalls genossen - und das sonnige Finale dürfte ihnen den Abschied ein wenig leichter gemacht haben.
Ein anderes Königspaar hatte an diesem Morgen schon Premiere: Felizia Vornhusen hatte sich am Sonntagnachmittag bereits als Kinderkönigin auf den Thron gesetzt. Zum König nahm sie ihren „Lieblingsbruder“ Robert, wie Präses Vinke verkündete - schließlich hat sie nur den einen.
Nach dem großen Auftritt auf dem Markt und dem Marsch durch die Stadt ging es dann ab durch die Mitte und zum Festplatz am Freibad: Ehrenschüsse, Frühstück und Sternschießen - man ließ es erst mal gemütlich angehen, bevor es dann ab 14 Uhr zur Sache ging.