Wettringen. Der Nachfolger von König Bogi Jarmolowski ist gefunden: Der glückliche Schütze heißt Andreas Pels. Mit dem 425. Schuss holte er den auch in diesem Jahr sehr hartnäckigen Vogel von der Stange.
Die Menge unter der Schützenstange in Maxhafen hatte eine ganze Weile das Gefühl, dass der Vogel einfach nicht fallen wollte. Im letzten Jahr benötigte man satte 842 Schuss, um das „Federvieh“ zu besiegen. Bereits um 17 Uhr fingen die ersten Schützen an Prognosen aufzustellen, wie viele Schüsse noch benötigt werden, um den neuen König zu feiern. Doch der hölzerne Vogel wehrte sich mit aller Kraft und trotzte einem Schuss nach dem anderen.
Doch dann kam der große Auftritt von Andreas Pels. Die Menge tobte und bei „perfektem Schützenfest-Wetter“ sangen die Schützen gemeinsam verschiedenste Schlachtrufe. Andreas Pels trat nervös an den Schießstand und zögerte nicht lange. Er visierte den Vogel oberhalb der Halterung an und zog ab. Das gab dem schon stark angeschlagenen Vogel den Rest. Noch bevor der zerfetzte Holzkorpus am Boden ganz auf dem Boden aufgeschlagen war, ließen die Schützen unter der Vogelstange Andreas Pels als ihren neuen König hochleben.
Damit fand ein spannendes Vogelschießen sein Ende. Etliche Schaulustige hatten schon Wetten abgeschlossen, wie lange der Vogel sich diesmal wohl halten würde. Das harten Ringen um die Königswürde vom Vorjahr war wohl allen noch gut im Gedächtnis. Ganz so viel Geduld mussten die Schützen in diesem Jahr jedoch nicht aufbringen, fiel der Vogel dann zwei Stunden eher als im Vorjahr.
„Aus den Erfahrungen vom letzten Jahr haben wir gelernt“, schmunzelte Oberst Johannes Werning nach dem letzten Schuss um 19.19 Uhr. Überschwenglich wurde auch die Königin, Ehefrau Petra Pels, auf den Händen der Menge durch die Luft getragen. Unter Freudentränen wurde das neue Königspaar des Maxhafener Schützenvereins gefeiert.
Doch nicht alles lief so glatt wie der Fall des Vogels. Gegen 18 Uhr fiel das Mikrofon aus. Somit mussten sich Oberst Johannes Werning und seine Männer mit einem Megafon behelfen. Nach der Jubelfeier und der traditionellen Proklamation traten alle Schützen zur Polonaise an. Das war erst der Anfang für eine lange und feucht-fröhliche Nacht im Festzelt bei der Vereinsgaststätte Fabry.