Ernüchternde 2:3-Niederlage im ersten Spiel des Jahres gegen Erfurt

VfL verspielt 2:0-Führung


Es hätte alles so perfekt werden können: In seinem ersten Pflichtspieleinsatz erzielte Elias Kachunga (links) am Dienstaggbend gegen RW Erfurt gleich seinen ersten Treffer zum 2:0. Dennoch musste sich der VfL noch mit 2:3 geschlagen geben.Foto:
Es hätte alles so perfekt werden können: In seinem ersten Pflichtspieleinsatz erzielte Elias Kachunga (links) am Dienstaggbend gegen RW Erfurt gleich seinen ersten Treffer zum 2:0. Dennoch musste sich der VfL noch mit 2:3 geschlagen geben.Foto:
(Mareike Lindemann)


Osnabrück - Das hatte sich der VfL Osnabrück ganz anders vorgestellt. Nach der Verpflichtung von Trainer Claus-Dieter Wollitz hatte sich eine Aufbruchstimmung breitgemacht. Den Angriff auf die Aufstiegsplätze hatte der neue Coach ausgegeben. Gegen RW Erfurt sollte am Dienstagabend der Startschuss erfolgen. Und es begann vielversprechend. Andreas Glockner und Neuzugang Elias Kachunga sorgten für eine schnelle 2:0-Führung. Doch dann ging gar nichts mehr. RW Erfurt drehte nach der Pause richtig auf und das Spiel komplett. Letztlich gewannen die Rot-Weißen mit 3:2 und sorgten für lange lila-weiße Gesichter.

Nur 7300 Zuschauer hatten sich in den Kühlschrank osnatel-Arena verirrt. Ob sie es geahnt hatten oder ob es an der bibbernden Kälte lag, richtige Stimmung wollte irgendwie nicht aufkommen. Auch nach der klaren Führung hielt sich die Euphorie in Grenzen. Ganz anders als noch in der Hinrunde ging es dagegen an der Seitenlinie zu. Dem ruhigen Uwe Fuchs folgte der aufbrausende Pele Wollitz. Der versuchte zwar immer wieder, die Spieler durch seine Körpersprache aus ihrer Lethargie zu wecken - doch ohne Erfolg. Statt den Rückstand nach oben zu verkürzen, machte sich Ernüchterung breit und die Gewissheit, dass der Weg zur Spitze äußerst steinig sein dürfte, denn die Niederlage, sie war verdient.


Eine kleine Überraschung hatte Wollitz zu seinem Dienstantritt aus dem Ärmel gezaubert. Er schenkte Christian Pauli auf der linken Außenbahn sein Vertrauen. Dafür rückte Stefan Salger nach hinten und Andreas Gockner auf rechts. Und Glockner war es, der für die erste Jubelarie im neuen Jahr sorgte. Er schloss einen herrlichen VfL-Angriff über Rouwen Hennings und Niels Hansen in der 15. Minute mit seinem dritten Saisontor zur Führung ab. Besser hätte es kaum beginnen können.

Der VfL spielte routiniert und couragiert weiter und belohnte sich 19 Minuten später selbst. Nach einer Ecke von Hennings zog Glockner ab. Dessen Schuss wurde abgewehrt. Der Ball fiel Neuzugang Elias Kachunga vor die Füße, der in seinem ersten Pflichstpieleinsatz für den VfL gleich sein erstes Saisontor erzielte. Und fast wäre eine Minute später dem zweiten Neuen auch ein Treffer gelungen. Erfurts Keeper Andreas Sponsel parierte jedoch glänzend gegen Hennings.

Der VfL hatte die Gäste im Griff, stand hinten sicher, störte früh und ließ Erfurt nicht zur Entfaltung kommen.

So gut es im ersten Durchgang aussah, so wenig lief nach dem Seitenwechsel. Die Lila-Weißen schienen ihre Frische komplett in der Kabine gelassen zu haben. Von Minute zu Minute kam en die Rot-Weißen besser auf und, nachdem Caillas eine Riesenchance ausgelassen hatte (53.), in der 56. Minute durch Morabit zum Anschlusstreffer. Der schien die Hausherren noch mehr zu lähmen. Zwar versuchte Wollitz durch die Hereinnahme von Kevin Kampl für frischen Wind zu sorgen, doch ließen die Gäste die VfL-Abwehr in der 68. Minute wie eine Schülermannschaft aussehen, als Caillas aus kurzer Distanz unbedrängt zum 2:2 vollenden konnte.

Und schließlich verwandelte Nils Pfingsten-Reddig einen Strafstoß (Salger hatte Weidlich gefoult) zum 3:2 für die Gäste. Das war´s. Und so richtig verstand niemand im Stadion, wie es dazu kommen konnte.

VfL Osnabrück: Riemann - Riedel (87. Beermann), Fischer, Mauersberger, Salger - Costa, Hansen (79. Latkowski), Pauli (62. Kampl), Glockner - Kachunga, Hennings

RW Erfurt: Sponsel - Ofosu-Ayeh, Rauw, Bertram, Engelhardt - Weidlich (87. Manno), Pfingsten-Reddig, Zedi, Caillas (92. Oumari) - Reichwein, Morabit (91. Rahn)

Tore: 1:0 Glockner (15.), 2:0 Kachunga (34.), 2:1 Morabit (57.), 2:2 Caillas (68.), 2:3 Pfingsten-Reddig (Foulelfmeter (85.). - Schiedsrichter: Dr. Robert Kampka (Mainz). - Gelbe Karten: Fischer, Costa, Mauersberger - Rauw, Ofosu-Ayeh, Bertram, Rahn. - Zuschauer: 7300.

VON ALFRED STEGEMANN, LENGERICH


07 · 02 · 12





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