Wer nicht kam, hat etwas verpasst. Es war zwar nur ein Freundschaftsspiel, aber kurzweilige Fußballunterhaltung. Der Zweitliga-Aufsteiger VfL Osnabrück wurde seiner Favoritenstellung gerecht und schoss am Freitagabend ein verdientes 6:2 (2:1) beim Westfalenligisten FC Eintracht Rheine heraus. Doch die Gastgeber hielten erstaunlich gut mit und waren dem Treffer drei und vier durchaus sehr nahe. Die 800 Zuschauer in der Obi-Arena waren von diesem Vergleich sehr angetan, die Meinung war eindeutig: „Mehr davon bitte.“
Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben. Diese Lebensweisheit wurde zwar erst in der Politik zum geflügelten Wort, traf jedoch auf den Fußballabend zu 100 Prozent zu. Zehn Minuten betrieben beide Mannschaften das Spiel frei nach dem Motto „Wir feiern unseren Tag der offenen Tür“ - und so stand es nach der brisanten Auftaktphase schon 2:1 für den VfL Osnabrück.
Die Gäste setzten auf D-Zug-Tempo, attackierten sehr früh, betrieben auf Flügelspiel in Hochgeschwindigkeit, und fast schon zwangsläufig mussten die Tore fallen. Bereits in der 3. Minute klärte die FCE-Abwehr zu zaghaft, Björn Lindemann kam aus 20 Metern frei zum Schuss, und es stand 1:0. Allerdings wurde der Ball leicht abgefälscht.
Fünf Minuten später musste der Rheiner Torhüter Andre Epker, der sich aber in der Folgezeit einige Male auszeichnete, schon zum zweiten Mal hinter sich greifen. Von der linken Seite schwebte die Flanke butterweich nach innen, Alexander Schnetzler behauptete die Lufthoheit und köpfte entschlossen zum 2:0 ein.
Doch Tempofußball ist durchaus auch das Ding des FCE, wie er schon zwei Minuten später unter Beweis stellte. Peter Beckmann setzte sich auf der linken Seite durch, passte nach innen zu Kapitän Frederick Telsemeyer - und es stand nur noch 1:2.
Langweilig waren die folgenden 35 Minuten der ersten Halbzeit gewiss nicht, aber Tore fielen erst wieder im zweiten Durchgang. Und zwar schon nach 45 Sekunden. Diesmal flog der Ball von der rechten Seite nach innen, der gerade eingewechselte Blondschopf Dennis Schmidt reckte sich am höchsten - das war das 3:1.
Es ging weiter munter hoch und runter. Und auch der FCE hatte seine Chancen wie in der 55. Minute durch Daniel Seidel, doch kaltschnäuziger im Abschluss war der Zweitligist. Daniel Latkowski tauchte in der 62. Minute frei vor Daniel Heuing auf und ließ diesem keine Abwehrchance - 4:1. Mit einem schönen Schuss aus dem Hinterhalt markierte Nicky Adler nur sechs Minuten später das 5:1. Das halbe Dutzend machte Abwehrrecke Benjamin Gorka in der 71. Minute mit einem sehenswerten Freistoß aus 25 Metern voll.
Dann aber setzte noch mal der FCE Glanzlichter. Spektakulär war der Lattenknaller von Telsemeyer in der 76. Minute, doch von der Innenkante des Querbalkens sprang das widerspenstige Leder zurück ins Feld. Zwei Minute später war der Osnabrücker Torhüter Manuel Riemann aber doch zum zweiten Mal geschlagen. Nach präzisem Rückpass jagte Seidel den Ball zum Endstand von 2:6 per Flachschuss ins VfL-Gehäuse.