MV-Interview

Horst Hillebrand: „Meine Frau ist da sehr loyal“


Fußball-Obmann bei Eintracht Rodde und gleichzeitig Trainer in Dreierwalde: Horst Hillebrand.
Fußball-Obmann bei Eintracht Rodde und gleichzeitig Trainer in Dreierwalde: Horst Hillebrand.


Hörstel-Dreierwalde. Brukteria Dreierwaldes Obmann Frank Tietmeyer war in der Zwickmühle. Vor gut einem Jahr hatte er Michael Baum für den leicht amtsmüden Horst Hillebrand als Trainer nach Dreierwalde geholt. Nach anfänglichen Schwierigkeiten hatte Baum die Mannschaft im Griff, nach langen Jahren im Tabellenkeller etabliert sich der SV Brukteria momentan in der Kreisliga A Tecklenburg. Überraschend zog nun Baum die Reißleine, da sein Gesundheitszustand eine weitere Trainerarbeit unmöglich machte. Obmann Frank Tietmeyer war gefordert und erinnerte sich an Hillebrand. Der frühere Coach gab spontan seine Zusage, die Elf bis zum Saisonende zu trainieren. MV-Mitarbeiter Jürgen Westhoff sprach mit Hillebrand über seine Beweggründe und die Zukunft.

Herr Hillebrand, war es Ihnen in den letzten sechs Monaten zu langweilig?
Horst Hillebrand: Nein, das nicht, aber Brukteria Dreierwalde befindet sich derzeit in einer schwierigen Situation. Da ich neun Jahre für diesen Verein tätig war und eine tolle Zeit hatte, bin ich gerne bereit zu helfen.



SVB-Obmann Frank Tietmeyer.
SVB-Obmann Frank Tietmeyer.


Bei Ihrem letzten Engagement haben sie das Ende der Serie herbeigesehnt. Woher der plötzliche Sinneswandel?
Hillebrand: Vor zwei Jahren hatte sich für mich eine neue berufliche Situation (Hillebrand ist Serviceleiter bei Opel Schiermeier in Ibbenbüren und Rheine/d. Red.) ergeben. Dadurch entstand die Mehrbelastung. Zusätzlich war die gesamte sportliche Situation nicht gerade motivierend. Beides hat dazu beigetragen, dass der Spaß am Fußball verloren ging. Heute habe ich mich auf die berufliche Mehrbelastung besser eingestellt.

Wie kam der Kontakt zustande?
Hillebrand: Bei einem Telefonat mit Stefan Nähring, wurde locker darüber geflachst, ob ich bis zum Sommer aushelfen könnte. Kirmessamstag, zufällig an einem Bierstand auf dem Elisabethplatz, hat mich Frank Tietmeyer auf die schwierige Situation angesprochen. Darauf hin habe ich signalisiert, dass ich, wenn es keine andere Lösung gibt, zu Gesprächen bereit bin.

Was sagt Ihre Frau dazu, dass der Mann abends wieder die Sporttasche packt?
Hillebrand: Sie ist da sehr loyal. Als ich meiner Frau von dem Telefonat mit Stefan Nähring erzählt habe, hat sie mir geraten, mich ernsthaft mit dem Thema zu beschäftigen. Sie steht zu 100 Prozent hinter mir und meiner Entscheidung.

Haben Sie Brukteria in den vergangenen Wochen beobachten können?
Hillebrand: Ja, ich habe die Mannschaft in den Spielen gegen Recke, Arminia 2 und Hörstel gesehen. Gegen Recke haben sie sehr gut gespielt, Arminia 2 wurde niedergekämpft und gegen Hörstel waren sie absolut dominant. So muss die Mannschaft weiter auftreten.

Ist der Kontakt zwischendurch abgerissen oder waren Sie immer erstklassig informiert?
Hillebrand: Es hat immer lockeren Kontakt gegeben. Mit Stefan Nähring finden häufiger Telefonate statt, da halten wir uns gegenseitig auf dem Stand der Dinge.

Welche Ziele peilen Sie für den Saisonverlauf an?
Hillebrand: Wenn man sich die Konstellation in der Bezirksliga anschaut, wird es in der Kreisliga A Tecklenburg vier Absteiger geben. Darum muss man die bisherige Hinrunde bestätigen, um dem Abstieg zu entgehen.

Bleibt es bei einem halben Jahr oder könnten Sie sich eventuell mit einer längerfristigen Bindung anfreunden?
Hillebrand: Die Zusammenarbeit gilt für die Rückrunde. Im Sommer 2012 wird die Mannschaft mit einem neuen Trainer in die Saison gehen. Es ist sehr wichtig, sich für die Zukunft vernünftig aufzustellen.

Sie sind Fußballobmann in Rodde, der Aufstieg unter Marc Wiethölter wird angepeilt. Kollidieren da beide Ämter?
Hillebrand: Meine Planungen laufen so, dass im Sommer alle Beteiligten auf eine erfolgreiche Saison zurückblicken können. Dreierwalde mit dem Verbleib in der A-Liga, Rodde mit dem Aufstieg.

VON JÜRGEN WESTHOFF


15 · 11 · 11




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