Blamage abgewendet

Schalke bezwingt Pilsen und trifft nun auf Twente Enschede


Schalker Jubel nach dem 1:0: Julian Draxler schließt den Torschützen Klaas Jan Huntelaar (rechts) in die Arme, Christian Fuchs ist ebenfalls zur Stelle. Foto:
Schalker Jubel nach dem 1:0: Julian Draxler schließt den Torschützen Klaas Jan Huntelaar (rechts) in die Arme, Christian Fuchs ist ebenfalls zur Stelle. Foto:
(dpa)


Gelsenkirchen - Es war ein hartes Stück Arbeit, ein sehr hartes Stück; aber es hat sich gelohnt. Dank Klaas-Jan Huntelaar. Der FC Schalke 04 steht im Achtelfinale der Europa League. Nach dem 1:1 im Hinspiel beim FC Viktoria Pilsen ging es gestern Abend über 120 Minuten, ehe der 3:1 (1:0)-Erfolg gegen den tschechischen Meister - und damit der Einzug in die Runde der letzten 16 - feststand.

Dort geht es am 8. und 15. März gegen den FC Twente Enschede, der sich gegen Steaua Bukarest durchsetzen konnte. Die frühe Führung durch Huntelaar (8. Minute) konnten die Hausherren bis drei Minuten vor Schluss verteidigen, ehe Frantisek Rajtoral der späte Ausgleich gelang. In der Verlängerung war es dann erneut Huntelaar, der den Sieg mit zwei weiteren Toren (106. und 120.) sicherstellte.


Schalkes Chefcoach Huub Stevens hatte vor der Partie vor der Spielstärke der Tschechen gewarnt und von einer 50:50-Chance im Hinblick auf das Weiterkommen gesprochen. Für viele galt das als das übliche Spielchen des Niederländers, der gerne den Gegner stark redet. So nimmt er seinem Team nun mal die ungeliebte Favoritenrolle. Nur wenige ahnten, wie richtig der Fußball-Lehrer mit seiner Ansicht lag.

Mit einer couragierten Spieleröffnung machten die Hausherren von Beginn an klar, dass sie die Arena als Sieger verlassen wollten. Und sie durften bereits nach exakt 7:02 Minuten jubeln, als Huntelaar zur Stelle war. Der Mann mit der eingebauten Torgarantie schaltete am schnellsten, als Pilsens Torwart Marek Cech einen Schuss von Julian Draxler nur zur Seite abwehren konnte und vollendete aus spitzem Winkel. Das war nicht leicht, aber für Huntelaar offensichtlich kein Problem.

Mit der Führung im Rücken sollte es fortan leichter werden für die Hausherren - konnte man meinen. Aber so stark wie die Schalker begonnen hatten, so stark ließen sie dann auch nach. Das war überraschend, aber auch der spielerischen Qualität des Gastes geschuldet. Dieser setzte nach 24 Minuten gleich zwei Ausrufezeichen. Zunächst war Cisovsky erfolgreich, stand aber im Abseits. Dann kam Kolar frei zum Kopfball, traf aber nur den linken Pfosten. Spätestens jetzt hätten alle wissen müssen, dass diese Partie noch lange nicht gewonnen war. Die Fans merkten das und feuerten ihr Team unentwegt an. Und die Spieler bauten mehr und mehr auf Nummer sicher und ließen sich nur noch selten aus der Reserve locken.

Pilsens Angreifer Marek Bakos erwies seiner Truppe nach einer Stunde einen Bärendienst, als er sich bei einem verheißungsvollen Konter zu einer Tätlichkeit gegen Kyriakos Papadopoulos hinreißen ließ. Die Chance war dahin, der Stürmer nach Roter Karte draußen. Aus dem vermeintlichen Vorteil konnten die Schalker aber keinen Nutzen ziehen, im Gegenteil. Sie kassierten sogar drei Minuten vor dem Abpfiff den Ausgleich durch Rajtoral.

VON MICHAEL SCHULTE, MÜNSTER


24 · 02 · 12



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