Frauenrechte und Intransparenz: USA sprechen mit Taliban

Frauenrechte und Intransparenz: USA sprechen mit Taliban

Junge Taliban-Kämpfer patrouillieren auf der Ladefläche eines Pick-Ups in den Straßen von Kabul. Foto: Oliver Weiken/dpa

Washington (dpa) - Die US-Regierung hat eine zunehmende Einmischung der Taliban bei der Bereitstellung von humanitärer Hilfe in Afghanistan angeprangert.

Eine hochrangige US-Delegation habe sich bei Gesprächen in Doha, der Hauptstadt Katars, mit Vertretern der militant-islamistischen Taliban besorgt darüber gezeigt, teilte das US-Außenministerium mit. Beide Seiten seien sich einige gewesen, dass der ununterbrochene Zugang zu medizinischer Grundversorgung im ganzen Land aufrecht erhalten werden müsse. Gleichzeitig müssten aber Bedenken hinsichtlich der Transparenz ausgeräumt werden.

Die USA haben nach eigenen Angaben rund 774 Millionen US-Dollar (rund 742 Millionen Euro) seit August vergangenen Jahres an Hilfen bereitgestellt.

In den Gesprächen sei auch die „anhaltende und zunehmende Einschränkung der Rechte afghanischer Frauen und Mädchen durch die Taliban“ Thema gewesen, so das US-Ministerium. Man habe deutlich gemacht, dass die Normalisierung der Beziehung entscheidend mit dem Schutz der Rechte der Menschen in Afghanistan zusammenhingen. Die Vertreter der US-Regierung hätten außerdem ihre Sorge über „die anhaltende Präsenz“ von islamistischen Terrornetzwerken wie Al-Kaida oder dem IS-Ableger Isis-K und anderen terroristischen Organisationen in Afghanistan zum Ausdruck gebracht.

Die letzten US-Soldaten waren Ende August aus Afghanistan abgezogen. Bereits zwei Wochen zuvor hatten die Taliban die Hauptstadt Kabul kampflos erobert, weil die afghanischen Sicherheitskräfte keinen Widerstand leisteten. Kurz vor dem Ende der US-Evakuierungsmission waren bei einem Anschlag der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) am Flughafen Kabul 13 US-Soldaten und Dutzende Afghanen getötet worden.

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