NRW

Mutmaßliche Terrorunterstützer: Bewährung in Aussicht

Mittwoch, 26. Januar 2022 - 14:00 Uhr

von dpa

Die Angeklagten sitzen mit ihren Rechtsanwälten im Gerichtssaal. Die Familie aus Oberhausen soll den IS finanziell unterstützt haben. Foto: dpa

Düsseldorf (dpa/lnw) - Das Düsseldorfer Oberlandesgericht hat fünf mutmaßlichen Unterstützern der Terrormiliz IS aus Oberhausen Bewährungsstrafen in Aussicht gestellt. Bei Geständnissen könnten sie mit Strafen zwischen drei Monaten und zwei Jahren auf Bewährung rechnen, sagte die Vorsitzende Richterin am Mittwoch beim Prozessbeginn.

Bei den Angeklagten handelt es sich überwiegend um Familienangehörige eines mutmaßlichen Oberhausener IS-Terroristen, der sich nach Syrien abgesetzt hatte. Von Oberhausen aus sollen ihn seine Mutter, Geschwister und die Lebensgefährtin eines Bruders mit regelmäßigen Geldtransfers unterstützt haben.

Als Hauptverdächtige hat die Mutter mit bis zu zwei Jahren Haft zu rechnen. Die Verteidiger argumentierten, ihren Mandanten sei es nicht darum gegangen, den IS zu unterstützen, sondern ihren Bruder oder Sohn und dessen Familie. Ein Anwalt sagte, sein Mandant habe angenommen, das Geld diene dem Zweck, dass die Familie des IS-Mannes Syrien verlassen könne.

Über einen längeren Zeitraum waren laut Anklage monatlich zwischen 500 und 1000 Euro oft per Western Union in den Nahen Osten geflossen. Dort soll das Geld von IS-Kontaktleuten abgeholt worden sein. Western Union hatte nach und nach mehrere der Einzahler gesperrt.

Die 24 bis 60 Jahre alten Familienmitglieder haben dem IS-Kämpfer der Anklage zufolge innerhalb von drei Jahren so insgesamt 20.000 Euro überwiesen. Die Summe soll in knapp 30 Geldtransfers geflossen sein.

Der mutmaßliche IS-Terrorist ist nach Auskunft der Ermittlungsbehörden im November 2018 bei Kämpfen in Syrien getötet worden. Die Angeklagten sind alle auf freiem Fuß. Das Gericht hat bis Mitte März sieben Verhandlungstage für den Prozess angesetzt.

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