Nach Eklat: Weichenstellung im Prozess um Rizin-Bombenbau

Nach Eklat: Weichenstellung im Prozess um Rizin-Bombenbau

Justitia mit Sonne und Taube. Foto: Arne Dedert/dpa/Symbolbild

Düsseldorf (dpa/lnw) - Der Prozess um den Bau einer Bombe mit dem Supergift Rizin für einen islamistischen Terroranschlag steht vor einer entscheidenden Weichenstellung. Eventuell müssen zwei Prozesse weitergeführt werden.

Nach einem Eklat steht der Düsseldorfer Terrorprozess um den Bau einer Bombe mit dem hochgiftigen Rizin vor einer entscheidenden Weichenstellung. Der Strafsenat hatte das Verfahren gegen eine 44-jährige Angeklagte von dem ihres Ehemannes abgetrennt. Beide Verfahren sollen heute fortgesetzt werden.

Die Abtrennung erfolgte, weil die Verteidiger der Frau den Prozess am vergangenen Freitag auf eigene Faust vorzeitig verlassen hatten. Die Schutzmaßnahmen gegen das Coronavirus seien nicht ausreichend, hatten sie behauptet.

Das Gericht muss nun klären, ob die Verfahren getrennt fortgesetzt werden müssen, möglicherweise sogar mit einem Neustart, oder sie wieder verbunden werden können.

Das Ehepaar soll gemeinsam einen islamistischen Anschlag geplant haben. Dem 31-jährigen Tunesier und seiner deutschen Frau wird seit Juni 2019 am Oberlandesgericht Düsseldorf der Prozess gemacht. Das Paar hatte laut Bundesanwaltschaft begonnen, hochgiftiges Rizin aus Tausenden Rizinus-Samen zu gewinnen. Das Gift sollte demnach mit einer Bombe in einer Menschenmenge verteilt werden.