Polizeivideo für Landtag zeigt Sturm auf Tagebau

Polizeivideo für Landtag zeigt Sturm auf Tagebau

Der Screenshot aus einem Polizei-Video zeigt einen Marsch von Aktivisten durch Felder beim Tagebau Garzweiler. Foto: Landesfliegerstaffel NRW/Bundespolizei

Düsseldorf (dpa/lnw) - Mit einem ungewöhnlichen Polizei-Video aus mehreren Luftaufnahmen ist der Innenausschuss des Düsseldorfer Landtags über die Vorkommnisse im Rheinischen Revier während der „Ende Gelände“-Proteste im Juni informiert worden. In dem Video, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, sind unter anderem ein Ansturm auf den Tagebau Garzweiler, sowie der Marsch der Aktivisten durch ein Feld und daraus folgende Flurschäden zu sehen. Die „BILD“-Zeitung hatte zunächst über das Video berichtet.

Der knappe fünfeinhalbminütige Film besteht vor allem aus Aufnahmen vom 22. Juni. An dem Samstag hatten hunderte Aktivisten den Tagebau gestürmt. Die Aufnahmen wurden laut Innenministerium aus Hubschraubern der Landesfliegerstaffel und Bundespolizei heraus gemacht. In dem Video ist unter anderem zu sehen, wie eine Polizistin von Aktivisten beim Ansturm auf die Tagebaukante förmlich überrannt wird. Nach Angaben der Polizei Aachen vom Freitag sind bei dem viertägigen Einsatz 16 Beamte verletzt worden, vier hätten ihren Dienst nicht fortsetzen können. „Bei der überwiegenden Mehrzahl handelt es sich um Verletzungen der Gliedmaßen nach Stürzen oder Widerstandhandlungen“, so eine Polizeisprecherin. Etwa die Hälfte der Verletzungen sei aus der „direkten Konfrontation zwischen Aktivisten und Polizeibeamten“ entstanden.

Das Video zeigt auch, wie hunderte Aktivisten in einer Art Schlange durch ein Feld bei Rommerskirchen marschieren. „Ende Gelände“ hatte nach den Protesten im Rheinischen Revier Bauern angeboten, ihre Schäden zu melden, um dafür aufzukommen. „Die Gespräche laufen, sie sind sehr freundlich und verständnisvoll“, sagte eine Sprecherin von „Ende Gelände“ am Freitag der dpa.