NRW

Zweijähriger starb Hitzetod: Richter wollen Urteil sprechen

Freitag, 27. März 2020 - 03:26 Uhr

von dpa

Eine Statue der Justitia steht neben Aktenbergen. Foto: Volker Hartmann/dpa/Symbolbild

Essen (dpa/lnw) - Im Hitzesommer 2019 stirbt in einer Wohnung in Essen ein zweijähriger Junge. Die Ärzte sind geschockt. Er ist völlig ausgetrocknet. Am Freitag soll das Urteil gesprochen werden.

Nach dem Hitzetod eines zweijährigen Jungen aus Essen soll heute das Urteil gesprochen werden. Angeklagt ist der Vater des Kindes. Der 32-jährige Deutsche soll seinen Sohn an einem der extrem heißen Tage im Juli 2019 nicht ausreichend mit Flüssigkeit versorgt und über Nacht eingesperrt haben. Bei der Obduktion hatten die Ärzte festgestellt, dass der Zweijährige völlig ausgetrocknet war. Die Anklage lautet auf Mord aus Grausamkeit. Vor der Urteilsverkündung müssen noch die Plädoyers gehalten werden.

Der kleine Junge war in der Nacht auf den 27. Juli 2019 in seinem Kinderzimmer an Herzkreislaufversagen gestorben. In dem Dachgeschosszimmer eines Essener Mehrfamilienhauses sollen über 30 Grad geherrscht haben.

Der nun angeklagte Vater hatte den Jungen abends gegen 17 Uhr ins Bett gelegt. Am nächsten Morgen um zehn war er tot. Er hatte es zwar noch geschafft, aus seinem Bettchen zu klettern. Doch weiter kam er nicht. Die Türklinke im Kinderzimmer war abmontiert - nach Angaben der Eltern damit der Junge nachts nicht herumlaufe.

Die Mutter des Jungen hatte sich zur Tatzeit nicht in der Wohnung aufgehalten. Das Paar hatte sich zuvor getrennt. Der Angeklagte war mit den insgesamt drei gemeinsamen Kindern alleine zu Hause.


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