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RKI: Infektionsdruck bleibt hoch - Vorsicht auch zu Ostern

Corona

Freitag, 15. April 2022 - 06:51 Uhr

von dpa

Der Infektionsdruck bleibt bestehen. Foto: Matthias Bein/dpa/ZB

Berlin (dpa) - Auch wenn die Zahl der Corona-Infizierten weiter kontinuierlich sinkt, mahnt das Robert Koch-Institut (RKI) vor den Osterfeiertagen besonders zu Vorsicht und verantwortungsvollem Verhalten.

Der Infektionsdruck bleibe trotz klar überschrittenem Gipfel der aktuellen Corona-Welle „mit mehr als einer Million innerhalb einer Woche an das RKI übermittelten Covid-19-Fällen weiterhin sehr hoch“, schreibt das RKI im Wochenbericht von Donnerstagabend, der sich vor allem auf Daten aus der vergangenen Woche bezieht. Der weitere Pandemie-Verlauf bleibe wesentlich davon abhängig, ob sich die meisten Menschen umsichtig und rücksichtsvoll verhielten und inwiefern Kontakte zunähmen, hieß es.

Im Wochenvergleich ist die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz laut RKI um 24 Prozent gesunken. Bereits im vorherigen Bericht war ausgewiesen worden, der Höhepunkt der Welle sei inzwischen klar überschritten. Die Inzidenzen in allen Altersgruppen sind demnach zuletzt deutlich zurückgegangen. Erstmals in diesem Jahr habe auch die Zahl der Krankenhaus-Neuaufnahmen von Patientinnen und Patienten mit Covid-19 und einer schweren Atemwegserkrankung in allen Altersgruppen abgenommen, hieß es.

Dennoch seien die Kapazitäten im Gesundheitssystem, besonders im stationären und intensivmedizinischen Bereich, durch zahlreiche Corona-Ausfälle beim Personal weiter stark belastet, stellten die RKI-Gesundheitsexperten heraus.

Auch am Freitag sank die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz erneut. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche mit 1001,5 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 1015,7 gelegen. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 156.864 Corona-Neuinfektionen. Vor einer Woche waren es 175.263 Ansteckungen.

Der besonders leicht übertragbare Omikron-Subtyp BA.2, der sich bereits in den vergangenen Wochen immer stärker verbreitet hatte, legte dem Wochenbericht zufolge zuletzt noch etwas zu und verursachte nach jüngsten verfügbaren Daten bereits vorletzte Woche rund 93 Prozent der Neuinfektionen. Darauf deutet eine Stichprobe hin.

Im Wochenbericht und auf Twitter wiederholten die RKI-Experten ihre Impfappelle. Insbesondere Risikogruppen und Menschen ab 70 empfiehlt die Ständige Impfkommission (Stiko) eine zweite Auffrischimpfung zum Schutz vor schwerer Erkrankung.

Zudem sei es dringend geboten, auch über die Feiertage verantwortungsvoll zu handeln. „Unser Verhalten bestimmt das Pandemiegeschehen“, lautete ein RKI-Tweet. Deshalb gelte auch an den Feiertagen: bei Krankheitssymptomen zuhause bleiben, Infektionsschutzmaßnahmen einhalten, weiter Maske tragen und Rücksicht auf Risikogruppen nehmen.

An das Tragen von Masken in Innenräumen hält sich die Mehrheit der Deutschen - trotz des Wegfalls der Maskenpflicht. Das geht aus einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur hervor. Demnach tragen 58 Prozent beispielsweise in Geschäften nach wie vor eine Maske zum Schutz vor dem Coronavirus. 19 Prozent verzichten auf eine Maske, 23 Prozent tagen sie „hin und wieder“.

Am 3. April waren durch das geänderte Infektionsschutzgesetz zahlreiche Auflagen weggefallen. Eine Maskenpflicht ist fast bundesweit nur noch in Praxen, Pflegeheimen, Kliniken, Bussen, Flugzeugen und Bahnen sowie Tests beispielsweise in Schulen möglich.

Die Gesamtzahl der weltweit bestätigten Corona-Fälle überschritt laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) mittlerweile die Marke von einer halben Milliarde. Bis Donnerstagabend wurden der UN-Behörde in Genf 500,19 Millionen Infektionen sowie 6,19 Millionen Todesfälle gemeldet. Seit dem Auftreten des neuen Coronavirus Ende 2019 wurden die meisten Infektionen in Europa (209,5 Millionen) und auf dem amerikanischen Kontinent (151,7 Millionen) registriert. Auf Afrika entfielen hingegen nur rund zwei Prozent der globalen Fallzahl. Die WHO vermutet auf diesem Kontinent jedoch eine riesige Dunkelziffer.

© dpa-infocom, dpa:220415-99-925576/3

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