Politik Inland

Wieder Proteste gegen Corona-Politik

Corona

Sonntag, 23. Januar 2022 - 03:21 Uhr

von dpa

Zahlreiche Menschen demonstrieren vor dem Funkhaus des Südwestrundfunks (SWR) gegen die staatlichen Corona-Regeln . Foto: dpa

Schwerin/Offenbach/Stuttgart (dpa) - Aus Protest gegen die Corona-Maßnahmen und eine geplante Impfpflicht sind am Samstag erneut mehrere tausend Menschen in Deutschland auf die Straße gegangen.

In Düsseldorf zogen nach Schätzungen der Polizei mehr als 7500 Demonstranten durch die Innenstadt, angemeldet waren nur 3500. In Freiburg waren laut Polizeiangaben rund 5500 Gegner der Corona-Politik auf den Straßen, die auf etwa 2000 Gegendemonstranten trafen. Dort sei es zum verbalen Austausch zwischen Demonstranten und Gegendemonstranten gekommen, hieß es weiter. In Stuttgart machten Demonstranten vor dem Gebäude des Südwestrundfunks (SWR) Halt.

In Erfurt setzte die Polizei Pfefferspray ein, um einen Weitermarsch des Demonstrationszuges in Richtung des Landtages zu verhindern, wie das Lagezentrum am Abend mitteilte. Ob es Verletzte gab, war zunächst unklar. Zuvor hatte bereits der MDR über den Pfefferspray-Einsatz berichtet. Kritiker der Corona-Maßnahmen gingen auch anderswo auf die Straßen, so etwa in Hamburg, Schwerin, Offenbach, Chemnitz, Leipzig, Dresden, Regensburg und Ansbach.

In Regensburg, wo sich laut Polizei etwa 2300 Gegner der Corona-Politik versammelten, versuchten Gegendemonstranten, den Demonstrationszug mit dem Motto „Für freie Impfentscheidung“ durch Blockaden zu stören. Drei Gegendemonstranten seien in Gewahrsam genommen worden. Zudem sei ein Gegendemonstrant wegen Beleidigung und mehreren Angriffen auf Polizeibeamte festgenommen worden.

Vor dem SWR-Gebäude in Stuttgart kritisierten die Teilnehmer die Berichterstattung in den Medien über die Corona-Pandemie. Immer wieder wurde „Lügenpresse“ gerufen oder „Wir sind das Volk“, wie ein Augenzeuge berichtete. Die Polizei forderte Teilnehmer auf, eine Maske zu tragen. Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) missbilligte das Geschehen vor dem Gebäude des SWR. Wer „Lügenpresse“ rufe und behaupte, der SWR und andere Medien würden berichten, was ihnen „von oben“ gesagt werde, irre, heißt es in einer Mitteilung des Landesverbandes Baden-Württemberg vom Samstag. „Gleichzeitig zu fordern, Medien sollten in ihrem Sinne berichten, ist absurd. Das offenbart wenig Verständnis dafür, wie unabhängige Medien arbeiten und funktionieren“, sage der DJV-Landesvorsitzende Markus Pfalzgraf.

In Schwerin mussten die Beamten nach eigenen Angaben in zwei Fällen eingreifen. In einem Fall sprach die Polizei einen Platzverweis gegen einen Mann aus, der Teilnehmer einer rund 30 Leute starken Gegendemo beschimpft hatte. Als der Mann deshalb die Kundgebung verließ, soll er zudem einen Passanten geschubst haben. Gegen den Mann wurde eine Strafanzeige aufgenommen.

In Hamburg-Barmbek fanden sich der Polizei zufolge bei zwei Veranstaltungen etwa 3300 Menschen zusammen. Eine dritte Demonstration im Bezirk Hamburg-Nord hatte am Nachmittag zunächst rund 1600 Teilnehmer. Sie liefen unter dem Motto „Wir vereint. Für eine bessere Zukunft“ und wollten damit ebenfalls ihren Unmut gegen die Corona-Regeln zum Ausdruck bringen. Teilweise wurden dabei keine Masken getragen und die Abstandsregeln nicht eingehalten. Die Polizei hatte deshalb Gespräche mit dem Versammlungsleiter gestartet.

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