Politik Inland

Wien ist jetzt Corona-Risikogebiet

Neue Reisewarnungen des Auswärtigen Amtes

Donnerstag, 17. September 2020 - 07:15 Uhr

von dpa

Foto: picture alliance/dpa

Die Planungen für die Herbstferien sind längst angelaufen. Doch was ist überhaupt möglich? Wegen der gestiegenen Zahl von Corona-Neuinfektionen hat die Bundesregierung neben der österreichischen Hauptstadt Wien am Mittwoch etliche weitere Regionen in mehreren europäischen Ländern zum Risikogebiet erklärt – und entsprechende Reisewarnungen ausgesprochen. Das bundeseigene Robert-Koch-Institut (RKI) veröffentlichte eine aktualisierte Liste der Corona-Risikogebiete. Zentrales Kriterium für die Einstufung ist, ob es dort in den vergangenen sieben Tagen mehr als 50 Neuinfizierte pro 100 000 Einwohner gegeben hat. Die Warnung des Auswärtigen Amtes vor „nicht notwendigen, touristischen Reisen“ dorthin folgt in der Regel nach kurzer Zeit.

Für deutsche Urlauber bedeutet die Rückkehr aus einem Risikogebiet einen Corona-Pflichttest und gegebenenfalls auch Quarantäne, bis ein negatives Testergebnis vorliegt. Eine Reisewarnung ist zwar kein Verbot, soll aber eine erhebliche abschreckende Wirkung haben. Allerdings hat sie auch eine positive Seite für Verbraucher: Sie ermöglicht es Reisenden, Buchungen für Pauschalreisen kostenlos zu stornieren.

  • Es gelten folgende neue Reisewarnungen:
  • Frankreich: Die Reisewarnung wurde auf die Region Hauts-de-France ganz im Norden des Landes sowie das Überseegebiet La Réunion ausgedehnt. Als Risikogebiete galten zuvor bereits die Regionen Île-de-France mit der Hauptstadt Paris, Provence-Alpes-Côte d?Azur, Occitanie, Nouvelle-Aquitaine, Auvergne-Rhone-Alpes, die Mittelmeerinsel Korsika sowie einige Überseegebiete.
  • Niederlande: Reisewarnung für die Provinzen Nord- und Südholland.
  • Schweiz: Ausweitung der Reisewarnung auf den Kanton Freiburg. Zuvor galt das bereits für die Kantone Genf und Waadt.
  • Kroatien: Ausweitung der Reisewarnung auf die Gespanschaften Brod-Posavina und Virovitica-Podravina, nachdem bereits fünf weitere Regionen als Risikogebiete galten.
  • Tschechien: Eine Reisewarnung gilt nun auch für die Mittelböhmische Region rings um die Hauptstadt Prag, die bereits seit einer Woche als Risikogebiet gilt.
  • Ungarn: Reisewarnung für die Hauptstadt Budapest.
  • Für weitere Regionen in Rumänien wurden Reisewarnungen ausgesprochen.

Wie sieht es – abgesehen von diesen neuen Risikogebieten – in anderen beliebten Reiseländern aus?

Spanien: Nach wie vor zählt ganz Spanien – inklusive der Kanarischen Inseln als Risikogebiet. Doch auf Mallorca hoffen Hoteliers, Reiseveranstalter und Gastwirte auf die baldige Rückkehr der Touristen. Am Wochenende musste die Insel jedoch einen herben Rückschlag hinnehmen: Infektionszahlen, die auf Mallorca zunächst Hoffnungen auf Entspannung weckten, erwiesen sich als falsch. Schuld war eine Informatik-Panne, wegen der fälschlicherweise seit Tagen für die Balearen sehr niedrige Infektionszahlen gemeldet worden waren.

Italien: Zwar verzeichnet Italien längst nicht so viele Neuinfizierte wie Spanien oder Frankreich, nach Angaben des Gesundheitsministeriums steigen die Zahlen aber seit sechs Wochen im Durchschnitt konstant an. In Italien gelten weiter Regeln wie eine Maskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln und nachts auch auf Plätzen. Seit Montag gilt für Sardinien die Pflicht, bei der Einreise einen negativen Corona-Test vorzuweisen oder sich nach Ankunft testen zu lassen.

Griechenland und Zypern: Im Gegensatz zu anderen Destinationen verzeichnen Griechenland und Zypern weiter niedrige Corona-Zahlen. Die Einreise aus Deutschland ist erlaubt, allerdings müssen Reisende sich mindestens 48 Stunden vor Reisebeginn auf Internetseiten anmelden und angeben, woher sie kommen. Außerdem werden Einreisende an Flughäfen und Häfen stichprobenartig Corona-Tests unterzogen.


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