Wirtschaft

Engpass in Türkei: Siemens auf eigenen Strom angewiesen

Mittwoch, 26. Januar 2022 - 18:50 Uhr

von dpa

Aufgrund der Stromausfälle in der Türkei produziert Siemens den Strom momentan selbst - mittels Solarenergieanlage. (Symbolbild) Foto: dpa

Istanbul (dpa) - Im Zuge der Stromausfälle in der türkischen Industrie ist Siemens dort auf die Energieversorgung aus Eigenproduktion angewiesen.

Man beziehe Strom aus einer Solarenergieanlage, unter anderem mit dieser Maßnahme und temporärer Unterstützung durch Generatoren werde die Produktion im Werk Gebze weitergeführt, teilte eine Sprecherin des Unternehmens der dpa mit. Laut der Außenhandelskammer sind auch weitere deutsche Unternehmen von dem Engpass betroffen.

Die Industrie in der Türkei leidet angesichts einer eingeschränkten Gasversorgung aus dem Iran unter Stromausfällen. Das Land verhängte eine dreitägige Beschränkung der Versorgung für bestimmte Anlagen und Werke, die spätestens Donnerstag enden soll, zitierte die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu den Energieminister Fatih Dönmez. Mehrere Industriezweige dürften zwischenzeitlich nur 60 Prozent der sonst üblichen Erdgasmenge verbrauchen, hieß es von Siemens.

Neben Siemens trifft das auch weitere deutsche Unternehmen. „Alle blicken bangend in die Zukunft“ sagte der Chef der deutsch-türkischen Handelskammer in Istanbul, Thilo Pahl, der dpa. Bisher habe man aber von keinen materiellen Schäden vonseiten der Mitglieder gehört. Unternehmen würden Strafzahlungen in Kauf nehmen oder auf Alternativen wie Generatoren ausweichen. Es gebe aber die Sorge, dass noch weitere Einschränkungen kommen, so Pahl.

Aus Erdgas wird in der Türkei nach Expertenangaben rund 30 Prozent des Stroms erzeugt. Nach Angaben des iranischen Ölministeriums hatte es am 20. Januar auf iranischer Seite einen technischen Defekt gegeben. Das führte auch zu einem kurzfristigen Stopp der Gaslieferungen in die Türkei. Der Defekt wurde nach Angaben des Ministeriums am nächsten Tag behoben und die Lieferung wieder aufgenommen, allerdings kam es zu Einschränkungen: Von den vertraglich geregelten 30 Millionen Kubikmetern Gas konnte seitdem nur ein Drittel geliefert werden.

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