Wirtschaft

Rückgang der hohen Arbeitslosenquote in den USA erwartet

Donnerstag, 2. Juli 2020 - 03:41 Uhr

von dpa

Langsam bessert sich die Lage auf dem US-Arbeitsmarkt wieder. Foto: Keith Srakocic/AP/dpa

Washington (dpa) - Die Corona-Krise hat in den USA zu einer dramatischen Situation am Arbeitsmarkt geführt. Langsam bessert sich die Lage wieder. Doch nun droht eine neue Corona-Welle den Fortschritt zunichte zu machen.

Nach den Lockerungen der Corona-Beschränkungen in den USA rechnen Analysten mit einer Verbesserung der Lage am Arbeitsmarkt. Die Arbeitslosenquote soll demnach von 13,3 Prozent im Mai auf etwa 12,5 Prozent für den Monat Juni absinken.

Damit wäre sie immer noch neun Prozentpunkte höher als im Februar, bevor wegen der Coronavirus-Pandemie Geschäfte, Restaurants und Firmen geschlossen wurden und Millionen ihre Jobs verloren. Die Regierung wird die neuen Arbeitsmarktdaten am heutigen Donnerstag bekanntgeben.

Die Corona-Pandemie hat die US-Wirtschaft empfindlich getroffen. Mehr als 45 Millionen Menschen verloren seit Mitte März mindestens zeitweise ihren Job - so viele wie nie zuvor in solch kurzer Zeit. Im April war die Arbeitslosenquote auf 14,7 gestiegen, der höchste Wert seit Jahrzehnten. Infolge der allmählichen Lockerung der Ausgangsbeschränkungen gingen die Zahlen der Neuanträge auf Arbeitslosenhilfe zurück. Zuletzt bezogen rund 20 Millionen Menschen reguläres Arbeitslosengeld.

Der Optimismus über die Verbesserung der Lage am Arbeitsmarkt wurde jedoch von einer erneuten Zuspitzung der Pandemie überschattet. Die US-Behörden meldeten seit vergangener Woche jeden Tag rund 40.000 Neuinfektionen, vor allem aus den südlichen Bundesstaaten Florida, Texas, Arizona und Kalifornien. Lockerungen wie die Öffnung von Bars wurden als Konsequenz wieder rückgängig gemacht oder aufgeschoben. Unternehmen wie Apple schlossen vielerorts wieder ihre Läden.

Die Arbeitslosenquote für Juni beruht auf Daten, die bis Mitte des Monats erhoben wurden. Die neue Zuspitzung der Pandemie wird sich daher noch nicht in den Arbeitsmarktdaten widerspiegeln.

Die weitere wirtschaftliche Entwicklung - und damit auch jene am Arbeitsmarkt - schien weiter sehr ungewiss. Notenbankchef Jerome Powell hatte am Dienstag im Kongress gewarnt: „Der Weg nach vorne ist außergewöhnlich unsicher und wird zu einem großen Teil von unserem Erfolg bei der Eindämmung des Virus abhängen.“

Viele Analysten rechnen damit, dass die Arbeitslosenquote auch Ende 2020 noch bei oder knapp unter zehn Prozent liegen dürfte. Sie erwarten zudem, dass die Quote im Verlauf des kommenden Jahres noch deutlich höher sein wird als vor der Pandemie.

Die Arbeitslosenquote in der größten Volkswirtschaft der Welt hatte im Februar noch bei 3,5 Prozent gelegen, dem niedrigsten Stand seit Jahrzehnten. US-Präsident Donald Trump, der sich im November um eine zweite Amtszeit bewirbt, hofft auf eine rasche und nachhaltige Erholung der Wirtschaft im zweiten Halbjahr. Die meisten Analysten - und auch die Notenbank - halten das aber für unrealistisch.

Seit Beginn der Pandemie wurden in den USA Daten der Universität Johns Hopkins zufolge rund 2,7 Millionen bestätigte Infektionen gemeldet. Rund 128.000 Menschen starben nach einer Ansteckung mit dem Erreger Sars-CoV-2, der die Lungenkrankheit Covid-19 auslösen kann.

© dpa-infocom, dpa:200702-99-642048/2


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