Jobwelt

Schlüsselrolle für das Handwerk

Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Umweltschutz werden Bestandteil der beruflichen Ausbildung

Freitag, 5. Februar 2021 - 15:56 Uhr

von Newsdesk

Foto: Privat

Werkzeug und Laptop sind in der dualen Ausbildung kein Gegensatz. Zukünftig soll unter anderem die Digitalisierung fest in den Ausbildungsordnungen verankert werden. Hauptgeschäftsführer Frank Tischner (links) und Geschäftsführer Reinhard Kipp (Mitte) von der Kreishandwerkerschaft Steinfurt-Warendorf begrüßen die Erweiterung.

„Eine der Lehren, die wir aus der aktuellen Corona-Situation ziehen können, ist die Erkenntnis, dass die Digitalisierung in der Bildung und damit auch in der Berufsbildung schnell umgesetzt werden muss“, sagt Frank Tischner, Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Steinfurt-Warendorf. Derzeit werden die Bildungs-Center der Kreishandwerkerschaft in Rheine und Beckum zukunftsfähig gemacht. Es entstehen moderne und zukunftsfähige Berufsbildungsstätten, die Bund, Land und EU wie auch die Kreishandwerkerschaft selbst mit erheblichen Mitteln investieren.

Doch unabhängig von diesen Großprojekten modernisiert und erneuert die Kreishandwerkerschaft regelmäßig die Ausstattung der überbetrieblichen Bildungsstätten (ÜBS) für die Ausbildung der Auszubildenden in der dualen Berufsausbildung, schwerpunktmäßig auch im Rahmen des Förderprogramms des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) mit dem Sonderprogramm ÜBS-Digitalisierung.

Logisch und konsequent ist für Frank Tischner deshalb auch die Absicht von Bildungsministerium Anja Karliczek, die Themen Digitalisierung, Umweltschutz und Nachhaltigkeit in die ab 1. August 2021 in Kraft tretenden dualen Ausbildungsordnungen zu verankern. „Die digitalen Veränderungsprozesse schreiten in den Berufen so schnell voran, dass diese schon während der Ausbildung Berücksichtigung finden müssen“, meint Tischner, der damit auch einen Zugewinn für die Attraktivität einer handwerklichen Ausbildung sieht.

Welchen großen Stellenwert die Digitalisierung sowohl bei den Auszubildenden wie auch Unternehmen im Handwerk mittlerweile hat, zeigt auch die von den Auszubildenden der Kreishandwerkerschaft Steinfurt-Warendorf noch vor Ausbruch der Corona-Pandemie durchgeführten Befragung Digitalisierung und Internet in der Ausbildung. Auch da spielten schon für 70 Prozent der Befragten die sozialen Medien in ihrem Alltag eine sehr wichtige Rolle.

Auch Umweltschutz und Nachhaltigkeit sind für das Handwerk wichtige Themen. „Das Handwerk nimmt eine Schlüsselrolle ein, wenn es um die Umsetzung dieser Ziele geht“, erklärt der KH-Hauptgeschäftsführer und nennt hierfür Beispiele: „Energetisches Bauen, gesunde Ernährung mit regional erzeugten Lebensmitteln, klima- und ressourcenschonende Mobilität – all dies sind Arbeitsfelder im Handwerk, für die gut ausgebildete Fachkräfte benötigt werden.“

Zur Nachhaltigkeit gehören für ihn die Werte, die das Handwerk ausmachen und die auch dem Berufsnachwuchs vermittelt werden sollten: „Verantwortungsbewusstsein, regionales und gesellschaftliches Engagement und Ehrenamtstätigkeit oder Verlässlichkeit gehören zum Selbstverständnis des Handwerks und charakterisieren auch nachhaltiges Handeln in der Wirtschaft“, betont Tischner. „Wer dies zukünftig in der Ausbildung lernt, erfährt auch, dass Instandsetzung, Reparatur und Sanierung nicht nur typische Tätigkeitsfelder der Handwerker sind, sondern auch wichtige Kompetenzen, mit Ressourcen und der Umwelt schonend umzugehen.“

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