Jobwelt

Wie Eltern ihre Kinder unterstützen können

Interessen, Praktikum, Gespräche: Vorbereitungen auf den Einstieg in das Arbeitsleben

Freitag, 5. Februar 2021 - 15:55 Uhr

von Newsdesk

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Während der schulischen Ausbildung entstehen Berufswünsche, bei denen Eltern ihre Kinder häufig unterstützen können.

Für Jugendliche ist es der erste Schritt in die Arbeitswelt, für ihre Eltern meist eine der letzten großen Aufgaben, bevor das Kind erwachsen wird: die Berufs- und Studienwahl. Viele Eltern fragen sich, wie sie ihre Kinder dabei unterstützen können. Wie viel Kümmern und Druck ist gut, wie viel schädlich? Wie soll man sich überhaupt zurechtfinden in der Flut an Ausbildungen, Studiengängen und Jobmöglichkeiten? Antworten hat Susanne Schmitz, Berufs- und Studienberaterin in der Agentur für Arbeit Rheine.

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Susanne Schmitz ist Berufs- und Studienberaterin in der Agentur für Arbeit Rheine.

„Jugendlichen ist der Rat der Eltern bei der Berufswahl meist sehr wichtig“, berichtet Susanne Schmitz. Recht häufig begleiteten Eltern ihre Kinder zum Gespräch in der Berufsberatung. Das sei grundsätzlich positiv, sagt Schmitz, vor allem, wenn sie eine beratende Rolle einnehmen und ihr Kind dabei unterstützen, seinen eigenen Weg zu finden und dafür die Verantwortung zu übernehmen. Dabei sollte die Berufs- und Studienwahl am besten rund zwei Jahre vor dem Ende der Schulzeit Thema werden, rät die Berufsberaterin: „In dieser Phase fällt es Jugendlichen häufig noch schwer, über den Berufseinstieg nachzudenken. Eltern können ihrem Kind dann zunächst helfen, mehr über sich selbst herauszufinden“, erklärt Schmitz.

„Hilfreich sind Fragen wie: Womit beschäftigt sich die Tochter oder der Sohn in der Freizeit gerne? Ist das Kind kommunikativ und aufgeschlossen oder eher zurückhaltend und überlegend? Fällt das Lernen in der Schule leicht oder ist das Kind eher praktisch orientiert? Machen mathematisch-logische Aufgaben in der Schule Spaß oder liegen die Stärken eher im sprachlich-kreativen Bereich?“ Antworten auf diese Fragen zu finden, sei für Jugendliche ein guter erster Schritt, um sich über die eigenen Talente und Wünsche klar zu werden.

Der nächste Schritt ist in der Regel ein Betriebspraktikum oder auch Gespräche mit Personen aus Beruf, Studium oder Ausbildung. „Hierbei spielen die Eltern ebenso eine große Rolle. Sie sollten ihr Kind bestärken, sich auszuprobieren, ins Berufs- und Studienleben hineinzuschnuppern und Erfahrungen zu machen“, erläutert Susanne Schmitz. Diese Erfahrungen können die Eltern dann mit den Kindern besprechen, sortieren und bewerten. „Selbst, wenn man am Ende feststellt, dass der Beruf, in dem man hospitieren konnte, nicht der richtige ist, ist das eine wichtige Erkenntnis“, so Schmitz. Eltern sollten dann Geduld haben. „Der Weg zur beruflichen Entscheidung kann lange dauern, Berufs- und Studienwünsche können sich ändern. Das ist ganz normal. Mütter und Väter sollten ihre Töchter und Söhne ermuntern und begleiten, bis die Entscheidung getroffen ist“, so die Expertin.

Ebenso wichtig wie Geduld sei Offenheit, betont Schmitz: „Einige Berufsbilder haben sich in den vergangenen Jahrzehnten sehr gewandelt und neue sind entstanden, die vielleicht auf den ersten Blick exotisch anmuten. „Klassische Tätigkeitsfelder können andere Zugangswege haben als zur Zeit der Elterngeneration: Ausbildungen wurden neu geordnet und Studiengänge reformiert. Bei Zweifeln und unterschiedlichen Auffassungen helfen oft Gespräche mit Fachleuten aus Betrieben, Hochschulen und der Berufsberatung“, rät Susanne Schmitz.

Tipps und Informationen erhalten Eltern bei der Berufsberatung der Agentur für Arbeit oder im Netz: www.

arbeitsagentur.de/bildung

Einen Gesprächstermin vereinbaren kann man unter Telefon 05971/930-800. Zudem bietet die Berufsberatung viele digitale Veranstaltungen rund die Berufswahl sowie Elternabende an. Informationen finden Interessierte unter: www.veranstaltungen.biz-rheine.de

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