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Jugendforum

Wunsch nach freiem WLAN

3. Tag der Jugendforen mit Fünft- bis Siebtklässlern

Donnerstag, 14. Februar 2019 - 17:02 Uhr

von Kristina Sehr

Foto: Kristina Sehr

Während der Jugendforen 2019 arbeiteten Rheines Kinder und Jugendliche in den vergangenen drei Tagen an der Zukunft ihrer Heimatstadt. Die Frage: Wie kann Rheine attraktiver werden für ihre Altersgruppe? Der Grund: der Kinder- und Jugendförderplan für die Jahre 2021 bis 2026, der bis zum Ende des Jahres erstellt werden soll. Dabei handelt es sich um einen Plan für Politik und Verwaltung, der beinhaltet, was in den kommenden Jahren für die Jugend getan werden sollte.

Während der Foren sollten sich die Jugendlichen selbst einbringen. Der Ablauf war immer ähnlich: Zuerst durften sie meckern, dann ihre Wünsche einbringen und schließlich überlegten alle gemeinsam, wie man die Ideen in der Realität umsetzen könnte. Nach den Foren geht es jetzt darum, die Ideen im Förderplan zu verankern. Bis zum Herbst soll der Kinder- und Jugendförderplan stehen.

Die Berichte von den ersten beiden Tagen sind unter diesem Text verlinkt. Hier nun der Bericht vom dritten Tag:

Freizeitangebote und Digitalisierung

Kletterwald, VR-Brillen im Klassenraum und eine Rheine-App: Viele spannende Ideen diskutierten über 100 Fünft-, Sechst- und Siebtklässler am Donnerstag. Am dritten Tag des Jugendforums dominierten vor allem Freizeitangebote und Digitalisierung die Debatten.

Bildergalerie

Dritter Tag der Jugendforen

Donnerstag, 14. Februar 2019
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Thema Freizeitgestaltung: Eine Graffiti-Halle wünschen sich die Jugendlichen ebenso wie mehr Ferienlager-Angebote, jugendgerechte Events, einen Kletterpark und eine breitere Palette an Sportangeboten. „Und überhaupt fehlen Angebote, die nicht vereinsgebunden sind“, lautete ein Zwischenfazit. Außerdem mangele es an Treffpunkten mit WLAN und Aufenthaltsmöglichkeiten. Eine Idee: „So etwas könnte man ja in Leerständen einrichten.“ Auch ein Ort für künstlerisch Interessierte fehle.

VR-Brillen und digitale Tafeln

Ein Dauerbrenner-Thema des Jugendforums, das auch die Jüngsten ansprachen: die Busverbindungen. Die Busse sollten „bis 20 oder 21 Uhr fahren“. Ein weiteres Schwerpunktthema am Freitag war die digitale Welt. „Ich wünsche mir flächendeckendes WLAN in ganz Rheine“ lautete der allgemeine Wunsch. Schnell und kostenlos solle die Verbindung sein, und zwar überall. Auch für den Schulunterricht hatten die Jugendlichen reichlich Ideen von digitalen Tafeln bis zu VR-Brillen.

Eng verknüpft sahen sie das Digitale übrigens auch mit ihrem Wunsch, mehr Infos über Freizeitmöglichkeiten zu erhalten: So könne man etwa eine zentrale Rheine-App für Jugendliche einrichten – ganz so, wie es auch die älteren Workshop-Teilnehmer an den Vortagen bereits vorgeschlagen hatten. Deutlich wurde dabei: Der Bedarf an Informationen ist groß – und zwar auf Wegen, die die Jugendlichen auch wirklich erreichen.

Kommentar von Chiara Pas, Kristina Sehr und Wolfgang Attermeyer

Die Arbeit nach dem Applaus

Die Jugendforen sind vorbei. Drei Tage lang, jeweils vier intensive Stunden, mit vielen Notizen auf bunten Zetteln an Stellwänden, Wortbeiträgen, zig Ideen und Vorschlägen. Und alle verdienen nach dem Abschluss der Veranstaltung einen ordentlichen Applaus: Zuerst geht er an die Schüler aus allen Klassen in Rheine, vom 5. bis zum 10. Jahrgang sowie aus den Oberstufen, die an den Foren teilnahmen. Klar wollten sie auch ein bisschen meckern, denn für Jugendliche läuft längst nicht alles rund in Rheine. Aber insgesamt waren sie sehr gut vorbereitet und hatten konkrete Forderungen im Gepäck. Was aber besonders war: Sie wollten keine Luftschlösser bauen, sondern realistisch ausloten, was möglich und machbar ist. Das verdient Anerkennung.

Beifall gab es zurecht auch für die Organisatoren, hauptamtlich und ehrenamtlich. Sie hatten die lange Vorbereitungszeit von fast zwei Jahren gut genutzt, Jugendliche befragt und Werbung fürs Forum gemacht. Auf den Erkenntnissen konnten die Foren perfekt aufbauen. Unter dem Strich steht die lange Wunschliste absolut repräsentativ für die Jugend dieser Stadt. Darin findet sich jeder Jugendliche wieder. Und dann ist da noch dieses Gefühl, dass die Jugendforen ein Erfolg waren – abzulesen an strahlenden Gesichtern und positiven Statements, die die MV an allen Tagen einfing.

Auf diesen Lorbeeren dürfen sich die Beteiligten aber nur kurz ausruhen, denn nach dem Applaus wartet die Arbeit. Was aus den Wünschen werden kann, liegt auch an ihnen. Sie müssen hartnäckig, geduldig und am Ball bleiben und die Umsetzung aktiv begleiten, damit der vierte Kinder- und Jugendförderplan besser wird als die Nummer 3. Damals waren Jugendliche kaum beteiligt, und auch die Evaluation war mager. Diesmal haben Stadt und freie Träger der Jugendarbeit besser kooperiert und die Zielgruppe mit ins Boot geholt – eine naheliegende Entscheidung. Und eine gute.

Der neue Plan gilt übrigens für die Jahre 2021 bis 2026. Aber die Arbeit darf gerne schon vorher beginnen.


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