Corona: Eltern auch finanziell helfen

Corona: Eltern auch finanziell helfen

Zurzeit sind die Kitas verwaist. Wie mit den Elternbeiträgen umgegangen werden soll, wird noch beraten.

Ob und wie Emsdettener Eltern Kita- und OGS-Beiträge erstattet werden, weil in Corona-Zeiten die reguläre Kinderbetreuung ausgesetzt werden muss, soll schon in Kürze entschieden werden.

Kreisweite Lösung

Wie Bürgermeister Georg Moenikes auf EV-Nachfrage informiert, soll es auch in dieser Frage eine Abstimmung mit den Nachbargemeinden geben, um möglichst eine kreisweit einheitliche Lösung zu erreichen.

Und zwar nicht nur mit den zahlreichen Kommunen, die vom Kreisjugendamt betreut werden – sondern mit allen Gemeinden, also auch den Städten, die ein eigenes Jugendamt betreiben und damit eine eigene Gebührenordnung erlassen haben. Das sind neben Emsdetten noch Rheine, Greven und Ibbenbüren. Bisher haben sich die Bürgermeister auf folgende Sprachregelung geeinigt: „Die Kommunen im Kreis Steinfurt erarbeiten derzeit Lösungen, wie mit den Elternbeiträgen umzugehen ist, die im Zeitraum der Schließung von Schulen, Kitas und Kindertagespflege gezahlt wurden oder auch noch gezahlt werden. Zielsetzung aller Städte und Gemeinden sowie des Kreises ist es, Eltern in dieser schwierigen Zeit zu entlasten. Aus diesem Grund wird an einer kreisweiten Lösung zum Umgang mit der Elternbeitragspflicht gearbeitet.“

Der Grund, warum die Kommunen im Kreis noch nicht konkreter geworden sind: Zunächst sollen Gespräche mit dem Land geführt werden, ob und wie eine Beteiligung aus Düsseldorf aussehen könnte. Denn die Kinderbetreuung wird schon jetzt maßgeblich von den Kommunen mitfinanziert. Sollten die Städte auf Gebührenausfällen durch die Corona-Krise komplett alleine hängenbleiben, würde das für zusätzlichen Druck auf dem Kostenkessel sorgen.

Kostenlose Betreuung für das Geschwisterkind

Denn der entsteht ohnehin ab Sommer – durch Änderungen im Kinderbildungsgesetz, kurz Kibiz. Über die Änderungen für Eltern, aber auch für Tagesmütter und -väter, hatte bereits der Jugendhilfeausschuss diskutiert – in der letzten Fachausschusssitzung, die Mitte März noch vor den Corona-Absagen aller politischen Gremien stattgefunden hatte.

Ab dem Stichtag 1. August 2020 gilt das zweite beitragsfreie Kita-Jahr. Während bislang nur das vierte Kita-Jahr kostenfrei war, sind ab Sommer Kita-Jahr drei und vier für die Eltern kostenlos. Zudem wird die Geschwisterregelung geändert. Für das jüngere Geschwisterchen gibt es ab Sommer freie Betreuung. Dadurch entstehen für die Stadt Mindererträge von rund 280000 Euro jährlich.

Bei der Betreuung durch Tagesmütter und -väter ändert sich Folgendes: Künftig schafft die Stadt Emsdetten drei „Freihalteplätze“. Das heißt, dass für eine Vertretung gesorgt ist, sollte die eigene Tagespflege krankheitsbedingt ausfallen. Darüber hinaus richtet sich der Betreuungsbedarf künftig nach dem Wunsch der Eltern. Gesetzlich haben sie einen Anspruch von mindestens 25 Wochenstunden, zuvor waren es 20 Stunden.

Außerdem winkt den Tagespflegern mehr Geld und eine bessere, kreisweit einheitliche Qualifizierung, informierte Petra Gittner, Leiterin des Jugendamtes.