Emsdetten

Marienschule, AJG und Martinum betroffen

Coronafälle an Schulen

Sonntag, 13. September 2020 - 17:30 Uhr

von Christian Busch

Foto: dpa

Es war wohl nur eine Frage der Zeit, bis auch die Emsdettener Schulen mit Corona-Fällen konfrontiert werden. Am Wochenende hat es das Martinum und die Marienhauptschule „erwischt“, das AJG in St. Arnold wird gar für zwei Wochen geschlossen, weil das gesamte Kollegium unter Quarantäne steht.

Martinum nicht geschlossen

Per Mail wurden die Eltern der Martinum-Schüler von Schulleiterin Anne Jürgens am Sonntag informiert: Das Gesundheitsamt Steinfurt habe die Schule informiert, dass eine Lehrkraft positiv auf das Corona-Virus getestet worden sei. Die habe sich im Rahmen der zweiwöchigen Reihenuntersuchung freiwillig testen lassen und weise keinerlei Erkrankungssymptome auf. „Nach ausführlichen Besprechungen und Prüfung aller Unterlagen habe das Gesundheitsamt entschieden, „für eine weitere Lehrkraft sowie fünf Schüler eine 14-tägige Quarantäne anzuordnen“.

Größere Auswirkungen gibt es an der Marienschule. Hier sind laut Kreis-Sozialdezernent Tilman Fuchs eine Lehrerin und ein Lehrer positiv getestet worden, die Kontakt zu neun Klassen hatten. Die Hälfte der Schule muss daher in Quarantäne, die restlichen Klassen haben Unterricht in der Schule, allerdings „mit einem reduzierten Vormittags-Programm“.

Am AJG sind drei Lehrkräfte und ein Hausmeister positiv getestet worden. Das Kollegium wurde unter Quarantäne gestellt, die Schüler pauken daher von zuhause.

Corona-Quarantäne bedeutet Stresstest

Kaum Auswirkungen wird der Corona-Fall im Kollegium des Gymnasiums Martinum nach jetzigem Stand auf den Schulalltag haben. Die betroffenen Schüler in Quarantäne werden von zuhause am Unterricht teilnehmen, teilt Schulleiterin Anne Jürgens mit. Für diese Schüler gilt das Konzept „Lernen auf Distanz“, auf das sich das Gymnasium intensiv vorbereitet hat.

Von weiteren Quarantäne-Maßnahmen konnte das Gesundheitsamt absehen, „sodass der Schulbetrieb auch in Abstimmung mit dem Schulträger weitergehen kann. Wesentlich für diese Entscheidung waren das Abstandhalten der Lehrkraft, das Maske-Tragen aller Beteiligten im Unterricht sowie das intensiv vorgenommene Lüften“, schildert Jürgens.

Diese Maßnahmen seien vom Gesundheitsamt ausdrücklich positiv hervorgehoben worden, erklärt die Schulleiterin und appelliert an die gesamte Schulgemeinde, die Regeln weiter einzuhalten, damit umfassendere Unterrichtsausfälle verhindert werden können.

An der Marienschule haben die Corona-Fälle größere Auswirkungen: „Es wurden zwei Lehrkräfte positiv getestet, das hat Auswirkungen auf neun Klassen“, erklärt Kreis-Sozialdezernent Tilman Fuchs im EV-Gespräch. Mehr als die Hälfte der Schule wurde unter Quarantäne gestellt. Allerdings müsse die Schule nicht geschlossen werden, die restlichen Klassen würden vor Ort beschult – wenn auch mit einem reduzierten Unterrichtsprogramm.

Alle positiven Corona-Ergebnisse sind auf die freiwilligen 14-tägigen Reihentestungen zurückzuführen, die Lehrer, Schulpersonal und Erzieher absolvieren können. Die Häufung von drei Schulen in Emsdetten und St. Arnold sei aber Zufall, so Fuchs. Die gute Nachricht: Alle an den Schulen positiv Getesteten seien symptomfrei.

Ruhig und unter Kontrolle

Alles in allem präsentiere sich die Lage in Emsdetten sehr ruhig und unter Kontrolle, bilanziert Manfred Wietkamp, der als Leiter Öffentliche Ordnung und Bürgerservice gleich zweifach gefragt war am Wochenende – als Kopf des Corona-Krisenstabes und als erster Ansprechpartner rund um die Wahl. Wobei es da durchaus Schnittmengen gab: „Die Quarantäne-Fälle haben uns durchaus Probleme bereitet“, erklärt Wietkamp. Einige der betroffenen Personen sind wahlberechtigt – durften aber aufgrund der Quarantäne nicht persönlich wählen gehen und haben am Wochenende noch Briefwahl beantragt. Die Frist war da eigentlich schon abgelaufen. Die Ausnahmetatbestände für verspätete Briefwahl-Anträge sind allerdings extra in der vergangenen Woche noch um den Corona-Quarantäne-Fall erweitert worden. „In 16 Fällen haben das Angehörige für Wahlberechtigte in Quarantäne erledigt“, informierte der Fachdienstleiter im EV-Gespräch.


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