Textilabfälle und Gelbe Säcke brennen bei Entsorgungsunternehmen

Textilabfälle und Gelbe Säcke brennen bei Entsorgungsunternehmen

Ein Großfeuer im Entsorgungsbetrieb Lohmann versetzte am Montag Hunderte Feuerwehrleute im Kreis in Alarmbereitschaft. Auf dem Gelände brannten Textilabfälle und gelbe Säcke im großen Ausmaß. Die dicke schwarze Rußwolke, die am Montag um 13.15 Uhr auf der Gutenbergstraße in den Himmel stieg, war bis Mesum und am FMO zu sehen. Es sah bedrohlich aus, was dort übers Industriegebiet Richtung Hembergen und Saerbeck zog. Noch kann niemand sagen, ob Schadstoffe freigesetzt wurden. Das werden die Ergebnisse der Analysen in den nächsten Tagen ergeben.

Dutzende Feuerwehrfahrzeuge mit Blaulicht fuhren durch die Stadt zum Einsatzgebiet und alarmierten so die gesamte Bevölkerung. Eine halbe Stunde später wurden die Emsdettener über die Handy-App Nina gewarnt: Begeben Sie sich im betroffenen Bereich sofort in geschlossene Räume! Gesundheitliche Beeinträchtigungen sind nicht auszuschließen!

Wieder ein Großbrand beim Entsorgungsbetrieb Lohmann, der die Feuerwehren aus dem ganzen Kreis in Alarmbereitschaft versetzte. Bei einem Brand mit diesen Ausmaßen kein Wunder: „80x40x10 Meter“, wie es Einsatzleiter Willi Kemper schilderte, fast so groß wie ein Fußballfeld.

Die Stadt verbreitete am Abend eine Warnung des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV). Sie betrifft insbesondere die Bereiche in Hembergen, Saerbeck und Westladbergen.

Die Stadt hat kurzfristig ein Bürgertelefon errichtet, Tel. (02572) 92 20.

Großräumige Sperrung

Die Polizei sperrte das Industriegebiet großräumig ab, damit die vielen Schaulustigen die Feuerwehr nicht bei ihrer Arbeit behindern konnten. Besonders heikel war der Brand, weil sich auf dem Gelände ein Lager befand, in dem Gefahrgut gelagert wird, wie Kemper erläuterte. „Wir versuchen zu verhindern, dass das Feuer darauf übergreift.“

Nachdem es über den späten Nachmittag lange so aussah, dass die Feuerwehr den Brand langsam aber sicher in den Griff kriegen würde, schlug am frühen Abend das Wetter um. Dunkle Wolken brachten viel Wind mit sich. Dadurch wurde der Rauch direkt vor Ort stark verwirbelt und die Rauchsäule stieg nicht mehr wie den ganzen Tag über nach oben, sondern wurde im wahrsten Sinne des Wortes nach unten gedrückt. Das erschwerte die Löscharbeiten erheblich.

Flughafenfeuerwehr kommt mit Spezialfahrzeug

Gegen Abend traf die Flughafenfeuerwehr mit einem Spezialfahrzeug ein, um die Löscharbeiten zu unterstützen. Keiner wusste zu dem Zeitpunkt, wie lange der Einsatz noch dauern wird.

Über 20.000 Liter Schaum

180 Feuerwehrleute waren seit kurz nach 13 Uhr im Einsatz, um das Feuer zu bekämpfen. Zwei Feuerwehrmänner haben sich verletzt, einer musste ins Krankenhaus gebracht werden. „Wir haben bis 20 Uhr über 20.000 Liter Schaum versprüht“, sagte Einsatzleiter Willi Kemper auf einer kürzlich am Abend einberufenen Pressekonferenz.

Das Problem sei die große Hitze. Kemper forderte daher ein Spezialfahrzeug des FMO an, mit dem man den Schaum nahe am Brandzentrum ausbringen kann. Die Schaummittelreserven werden aus dem weiten Umkreis zusammengezogen. 10 Feuerwehren aus dem Kreis unterstützen die Feuerwehr vor Ort. Auch Kreisbrandmeister Raphael-Ralph Meier machte sich gestern ein Bild von den Ausmaßen.

Das Löschwasser saugt die Feuerwehr ab und lagert es in einem alten Klärbecken an der Kläranlage zwischen, bis Klarheit besteht, ob es belastet ist.

30 Anrufe gingen bei dem eigens eingerichteten Bürgertelefon der Stadt ein. „Die meisten wollten wissen, ob sie wieder das Fenster öffnen können“, sagte Margit Richters von der Stadt. Einsatzleiter Willi Kemper schüttelte den Kopf: „Besser nicht. Es qualmt immer noch, und wir wissen nicht, wie viele Stunden es noch brennen wird.“