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Neuenkirchen

Schregel: „Friseure waren schutzlos“

Kreis beschließt weitere Schließungen

Freitag, 20. März 2020 - 18:10 Uhr

von Jörg Homering

Foto: Pixabay

Ab Samstag müssen auch Friseursalons sowie Kosmetik-, Nagel- und Tattoostudios geschlossen werden. Das gilt auch für Bau- und Gartenmärkte. Weiter dürfen künftig Speisen im Außerhausverkauf nur zur Mitnahme und nicht zum sofortigen Verzehr verkauft werden. Entsprechende Hygienevorschriften sind zu beachten. Eine entsprechende Verfügung beschlossen Freitagnachmittag die Kommunen des Kreises Steinfurt. Über die Schließungsverfügung für Friseure freuen sich besonders die Friseurmeisterinnen Beatrix Schregel und Heike Dellwig. „Dass wir öffnen durften und mussten, war ein Unding. Wir waren ja schutzlos“, sagte Schregel vom Salon „Haarkonzept“ an der Hauptstraße gegenüber der MV.

Foto: Privat

Heike Dellwig

Abstand halten, zu Hause bleiben, Körperkontakt vermeiden – das wird in der derzeitigen Corona-Krise immer und immer wieder betont. Aber die Friseure hatten bis Freitag geöffnet, standen dicht an ihren Kunden, berührten sie. Friseurmeisterin Beatrix Schregel war vor der Neuregelung, die am Freitagmittag beschlossen wurde, nahezu verzweifelt. Sie hatte große Sorge um ihre 13 Mitarbeiter – und um ihre Kunden auch. Aber einfach schließen konnte sie ihren Laden auch nicht. „Dann habe ich nachher keinen Anspruch auf finanzielle Hilfen“, sagte Schregel. Friseure gelten als Handwerker – und die durften grundsätzlich weiterarbeiten.

Foto: Privat

Beatrix Schregel (li.)

„Es ist ein Unding, wir waren schutzlos“, sagte auch Heike Dellwig vom Salon „Cambio Friseure“ an der Emsdettener Straße, in dem acht Mitarbeiter tätig sind. Die Geschäftsführerinnen sahen sich in einer moralischen Zwickmühle: Weitermachen und Geld für die Löhne der Mitarbeiter umsetzen? Oder schließen und das finanzielle Risiko eingehen? Jetzt sind sie froh, dass sie ein Arbeitsverbot haben. Auch wenn das paradox klingt.

Allgemeinverfügung NK 20.3. (207 kB)


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