Neuenkirchen

Windkraftanlage in St. Arnold brennt – und kann nicht gelöscht werden

Rotornabe in 170 Metern Höhe fängt Feuer

Freitag, 1. Oktober 2021 - 07:26 Uhr

von Jannik Tillar und Jörg Homering

Foto: Feuerwehr Neuenkirchen

Auf einem Acker in St. Arnold brannte am frühen Freitagmorgen eine Windkraftanlage. Aus noch ungeklärter Ursache geriet das Maschinenhaus des Windrads in 100 Metern Höhe gegen 5 Uhr in Brand. Die Feuerwehr ließ die Anlage kontrolliert abbrennen, da ein Löschen in der Höhe nicht möglich war. Verletzt wurde niemand, der Schaden geht in die Millionen.

Laut Polizeisprecher Thomas Höving war die Brandursache am Freitag noch unklar und wird jetzt von den Brandsachverständigen untersucht. „Wichtig war vor allem, dass das Windrad schnell vom Stromnetz getrennt wurde. Das ist geschehen. Ansonsten steht das Windrad auf einem Acker und da kann dann nicht viel passieren“, sagt Höving am Freitagmorgen.

Foto: Feuerwehr Neuenkirchen

Die GE-Anlage (1500 KW, Rotordurchmesser: 77 Meter) gehört nicht zu den vier Windenergieanlagen des „Bürgerwindparks Neuenkichen“; vielmehr handelt es sich um eine 19 Jahre alte Anlage einer privaten Betreibergemeinschaft. Das bestätigte Jörg Tiemann, Geschäftsführer des Bürgerwindparks, sowie Stafan Klausing, Pressesprecher der Gemeinde Neuenkirchen, auf Anfrage der MV. „Solche Brände sind selten. Und wenn es brennt, sind es meistens alte Anlagen“, sagte Tiemann.

Der Brand dauerte rund zwei Stunden. In dieser Zeit fielen auch immer wieder Teile aus dem brennenden Maschinenhaus zu Boden. „Wir hatten Glück, dass auf dem umliegenden Feld Mais angepflanzt war“, sagte Einsatzleiter Ralf Stoltmann, Wehrführer in Neuenkirchen, auf Anfrage. „Mais fängt nicht so schnell Feuer, bei Getreide wäre es möglicherweise schlimmer gewesen.“

Karte

Die Feuerwehr zog zunächst einen 300 Meter großen Radius um die Windkraftanlage und forderte eine Drohne aus Emsdetten an. Schnell stand fest, dass die Anlage nicht zu retten ist. „Das war eigentlich im Vorfeld klar. Da können wir nur absperren“, erläuterte Stoltmann. „Da das Feuer in der Höhe keine Nahrung bekommt, geht es irgendwann von selbst aus.“ Und so war es dann auch. Gegen 7 Uhr qualmten die Reste nur noch.

Foto: Kampferbeck

Für Stoltmann und seine 35-köpfige Truppe war es der erste Windradbrand in der Region. Konkret geübt wurde dieses Szenario im Vorfeld nicht, es gab allerdings Gespräche mit einem Fachmann, sagte der Wehrführer. Außerdem gab es in der Vergangenheit eine Turmbesteigung, um die Gegebenheiten kennenzulernen. „Grundsätzlich ist das Gefahrenpotenzial durch eine Windkraftanlage sehr gering“, gab Stoltmann Entwarnung.

Bis ein Gutachter die Stelle wieder freigibt, bleibt nun auch der 300-Meter-Absperrradius rund um das Windrad erhalten.

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