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Rheine

Corona-Krise in der Emsstadt: Letzter Appell

Im Blickpunkt der Woche

Freitag, 20. März 2020 - 18:46 Uhr

von Matthias Schrief

Foto: picture alliance/dpa

MV-Redakteur Matthias Schrief hat in seinem Blickpunkt der Woche einen eindringlichen Appell an die Rheinenser: „Seid vernünftig!“, ruft er auf.

Foto: Sven Rapreger

Wer es bis jetzt noch nicht kapiert hat, darf nicht mehr auf Milde hoffen. Wer sich jetzt noch den Verfügungen widersetzt, die erlassen wurden, um die Ausbreitung des Corona-Virus zu unterbrechen, muss die Härte des Gesetzes zu spüren bekommen.

Schaut euch die Bilder aus Norditalien an. In Bergamo, dem Hotspot des Corona-Ausbruchs, zählen sie nicht mal mehr die Toten. Das Gesundheitssystem dort ist am Limit, immer häufiger fallen Ärzte und Pflegekräfte aus, weil sie inzwischen selbst an Covid-19 erkrankt sind. Das kann uns auch hier in Deutschland, auch in Rheine, bevorstehen – wenn wir nicht alle verantwortungsvoll handeln.

Um es noch einmal kurz deutlich zu machen: Es geht darum, die Ausbreitung des Virus einzudämmen. Das soll die Möglichkeit geben, alle kritisch an Covid-19 erkrankten Menschen optimal behandeln zu können. Es braucht keine Medizin, um die Ausbreitung abzuschwächen. Was wir brauchen, hat die Expertin Dr. Jana Schroeder aus dem Mathias-Spital im MV-Interview am Freitag klar, knapp und präzise auf den Punkt gebracht: „Zuhause bleiben und Leben retten.“

Also: Seid vernünftig! Verhaltet euch verantwortungsvoll! Schützt eure Mitmenschen! Dann heißt es irgendwann auch schneller wieder „Tutto andrá bene – alles wird gut“.

Norbert Berning 21.03.202015:19 Uhr

(Teil 1 von 2)

„Alles wird gut“?

Nein, leider nicht. Denn dazu hätte man von Anfang an, also etwa ab Anfang Februar, entscheidend tätig werden müssen, und zwar vor allem die Bundesregierung, indem man zusätzliche Testkapazitäten, Desinfektionsmittel, Schutzausrüstung beschafft (bzw. letztere nicht, wie am 1. und 18. Februar geschehen, komplett nach China geschickt) und Grenz- und Flughafenkontrollen eingeführt hätte.

Und der nächste wichtige, weil unerläßliche Schritt wäre gewesen, durchgehend ALLE Quarantäne-Personen auf den Coronavirus zu testen. Denn nur so, mit konsequenter Rückverfolgung aller Infektionsketten wie in China, Südkorea und wohl auch in Japan geschehen (wo die Zahlen nach wie vor gering sind) bekommt man diese Epidemie überhaupt in den Griff.

Wenn man dagegen, aus welchen Gründen auch immer, nur die mit (spezifischen) Symptomen testet, bleiben die anderen und folglich auch die inzwischen von ihnen Angesteckten unentdeckt – so bauen sich dann in allen Ländern, die so verfahren, im Verborgenen neue Infektionsketten auf (geschätzt auf bis zum Fünffachen), aus denen dann immer wieder jene neue Fälle der offiziell Infizierten (jene mit Symptomen bzw. Beschwerden) wie „aus dem Nichts“ kommen. So ist offenbar auch der Neuenkirchener Hausarzt Dr. Heitmann infiziert worden und es wäre danach angebracht gewesen. alle seine Kontaktpersonen (insgesamt 44) zu testen – doch auch wenn man es noch nachholen wollte, ginge es wohl nicht mehr, denn, so lesen wir im Corona-Ticker, „die Kapazitätsgrenzen der Labore sind erreicht“.

Ja, dann...

Norbert Berning 21.03.202015:18 Uhr

(Teil 2 von 2)

Um nach „Deutschland ist gut vorbereitet“ einen weiteren Mythos abzuräumen, noch ein Hinweis speziell für die „unbelehrbare Jugend“ auf einen aktuellen Beitrag auf ntv.de („Ihr seid nicht unbesiegbar – Auch Jüngere landen auf der Intensivstation“), daraus:

„Es wird immer deutlicher: Das Coronavirus kann auch Jüngere massiv treffen. Insgesamt sei die Gefahr unterschätzt worden, räumt ein Chefarzt ein. ‚Die Welle ist quasi schon im Anschwappen.‘ Ein Ende der Krise hält er für kaum absehbar.

Auf den Intensivstationen in Deutschland werden immer öfter auch junge Patienten behandelt, die mit dem Coronavirus infiziert sind. Das habe sich in Italien gezeigt – und ‚das ist ein Bild, das sich auch in Deutschland ergibt‘, sagte der Chefarzt Clemens Wendtner von der Klinik für Infektiologie in der München Klinik Schwabing. ‚Die jüngsten symptomatischen Covid-19-Patienten waren Anfang 20 Jahre alt. Insgesamt sehen wir das ganze demografische Altersspektrum, egal ob auf Normalstation oder Intensivstation.‘“


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