Rheine

Musik mit Geschichte(n)

Reidar Jensen spielt bei der „Nacht der Bibliotheken“

Montag, 20. März 2023 - 10:00 Uhr

von Monika Koch

Foto: Monika Koch

Reidar Jensen spielte am Freitag bei der „Nacht der Bibliotheken“.

Der richtige Mann am richtigen Ort: Reidar Jensen trat in der „Nacht der Bibliotheken“ am Freitag um 18 Uhr in der Interims-Stadtbücherei im Toom-Baumarkt auf und beglückte zahlreiche Gäste mit seinem melodischen Gesang über die Liebe, das Leben und unsere Gesellschaft.

Zwei Stunden unterhielt der Songwriter sein Publikum und begleitete sich selbst gefühlvoll an seiner Akustik-Gitarre. Zuvor war ein „Nachtsternstündchen für Kinder“ und eine „Greenscreen-Fotoaktion“ angesagt. Die kommissarische Bibliothekleiterin Kirsten Deters kündigte Reidar Jensen hoch erfreut an, kredenzte den Zuhörern ein Getränk ihrer Wahl und wünschte ihnen eine schöne Zeit mit ihm. Bis 22 Uhr hatten die Besucherinnen und Besucher Zeit, in der Bücherei zu stöbern.

Ein Leben für die Musik und seine Frau

Reidar Jensen widmet sein Leben heute nur noch der Musik und seiner Frau, mit der er fast 50 Jahre verheiratet ist, wie er warmherzig von seinem Glück erzählte. Er kam mit 20 Jahren mit seiner Gitarre aus Norwegen nach Deutschland, studierte in Münster Betriebswirtschaft und war viele Jahre in gehobener Position in der IT-Branche tätig, die ihm zahlreiche Auslandsreisen bescherte.

Bereits am Nachmittag gab es ein „Nachtsternstündchen“ für kleine Gäste ab vier Jahren.

„Ich war immer neugierig auf andere Länder und habe viele Erinnerungen in meinem Kopf gespeichert. Hierauf basieren meine Lieder, die ich selbst schreibe und am liebsten in englischer Sprache singe, weil die Sprache am besten zu den Liedern passt“, erzählte er von seinem Werdegang und fügte schmunzelnd hinzu: „Inzwischen bin ich in Rente, aber nicht im Ruhestand.“

Sanft und melodisch

Passend zu dem Liederabend gestaltete er sein Buch „Take a look around you“, in dem er die Geschichte seiner Songs in deutscher Sprache erzählt und den gesungenen englischen Text in den Dialog stellt. Seine Stimme ist sanft und melodisch. Man gerät ins Träumen, weil der Sänger selbst so entspannt wirkt. Er bekennt: „Aber ich war nicht immer so“, er habe auch die Hektik der Business-Menschen kennengelernt und über lange Zeit mitgemacht, „bis ich mich entschlossen habe, mein Hauptaugenmerk auf die Musik und meine Geschichten zu legen“.

Zu Anfang sei es nicht leicht gewesen, im fortgeschrittenen Alter in der Musikszene Fuß zu fassen, aber er habe sich einen Platz und die damit verbundene Anerkennung erobert. Für seine Texte und Musik wurde er in drei Jahren in mehreren Kategorien mit Auszeichnungen des Deutschen Rock & Pop-Preises belohnt. Zudem erhielt er elf Awards beim internationalen UK Songwriting Contest.

Nachhaltigkeit der Lyrik

Eine tiefe Freundschaft verbindet ihn mit Axel Engels, Pianist, Journalist und Fotograf, der einen Text in seinem Buch verfasste und dem Leser die Nachhaltigkeit der Lyrik vermittelt.

Mit dem Titel seines Buches fordert Jensen die Menschen auf, sich umzuschauen und den Blickwinkel zu verändern. „Man kann seinen Blick auf den Hass richten, der Menschlichkeit zum Verstummen bringt oder der Liebe zum Wachsen eine Chance geben.“ Die Inhalte seiner lyrischen Lieder regen zum Nachdenken, aber auch zu Gesprächen an. „Ich habe festgestellt, dass ich in Bibliotheken und Kirchen mit meinen Auftritten gut aufgehoben bin, weil die Menschen dort am besten zuhören können“, sagt Jensen und bedankte sich beim Publikum fürs Zuhören. Nach kräftigem Applaus gewährte er auch eine Zugabe, die dankbar angenommen wurde.

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