Mit der Nutzung unserer Website erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. Mehr Informationen. Verstanden
Wettringen

Kirche und Gemeinde richten Hilfe ein

Institutionen setzen Zeichen für Solidarität und Unterstützung von Betroffenen

Dienstag, 17. März 2020 - 17:15 Uhr

von Julian Lorenbeck

Foto: Julian Lorenbeck

In Zeiten von Corona wird Abstand gewahrt, aber gemeinsam ein Zeichen für Solidarität gesetzt. Das vereinbarten (v. l.) Pfarrer Dietrich Wulf, Bürgermeister Berthold Bültgerds und Pfarrer Bernhard Schmedes.

Die Gemeinde und die beiden Kirchen in Wettringen setzten ein Zeichen der Solidarität und Unterstützung in Zeiten der Corona-Krise. „Wir wollen Hilfe von Bürgern für Bürger aus dem Ort organisieren“, sagte Bürgermeister Berthold Bültgerds. Quasi zeitgleich seien Ideen an unterschiedlichen Tischen geboren worden, nun wurde diese Hilfe zusammengeführt.

Hotline

Die Gemeinde wird eine ab Mittwoch eine Hotline (Telefon 02557/7810) einrichten, bei der sich Freiwillige, die helfen wollen und Bedürftige, die Unterstützung benötigen, melden können. Die Durchwahl ist montags bis donnerstags von 10 bis 12 Uhr und von 14 bis 16 Uhr erreichbar, freitags nur vormittags. Gleichzeitig wird die katholische Kirchengemeinde aktiv auf ältere Gemeindemitglieder zugehen und fragen, ob sie Hilfe gebrauchen. Die evangelische Kirchengemeinde unterstützt beide Initiativen und ruft seine Mitglieder zur Beteiligung auf.

„Es geht vor allem um den Einkauf von Grundnahrungsmitteln oder den Besuch bei Apotheken für Menschen, die in Quarantäne sind oder aufgrund ihres Alters zum gefährdeten Personenkreis gehören“, sagte Bürgermeister Bültgerds bei der Vorstellung der Pläne am Dienstag im Rathaus.

Messdiener bringen Einkäufe bis vor die Haustür

Der Pfarreirat und der Kirchenvorstand werden erste Gespräche mit ihren älteren Mitgliedern führen und nach dem Bedarf fragen. Wenn Hilfe von Nöten ist, gibt es eine Meldung an das Pfarrhaus. Dort kümmert man sich dann um den Einkauf und die Messdiener bringen die Einkäufe dann bis vor die Haustür. Damit keiner verunsichert ist, wird ein Zeitfenster vereinbart, zu dem die Einkäufe gebracht werden. Zwischen 17 und 20 Uhr finden die Auslieferungen statt. Zwei junge Leute werden die Einkäufe jeweils bringen. Die Freiwilligen warten dann auch, bis jemand zur Tür kommt. „Es geht darum, es so einfach wie möglich und so distanziert wie nötig zu machen“, sagt Pfarrer Bernhard Schmedes.

Die Hotline der Gemeinde wird koordiniert mit den Freiwilligen der Pfarrgemeinde. „Es gibt bereits eine große Nachbarschaftshilfe und familiäre Hilfe. Wir müssen schauen, wie groß der Bedarf ist und wie viele Menschen die Möglichkeit wahrnehmen“, sagt Bültgerds.

Menschen mit Grundnahrungsmitteln versorgen

Es gehe darum, einmal in der Woche die Menschen mit Grundnahrungsmitteln zu versorgen und so die Grundversorgung zu gewährleisten, Dienstleistungen sind nicht mit inbegriffen. „Da, wo Menschen in Not sind, wollen wir helfen und auch schützen“, sagte Bültgerds. „Wir müssen was unternehmen, auch um den Leuten die Angst zu nehmen. Die sitzen zuhause und denken: Ich gehöre zu einer Risikogruppe“, sagt Schmedes.

Neben den Messdiener haben bereits viele Helfer ihre Unterstützung zugesagt, unter anderem die Männersodalität, die Caritas-Elisabeth-Konferenz oder der Junggesellen-Schützenverein. Jetzt muss diese Hilfe koordiniert werden.


Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.