Neue Verfügung: Einzelhandel geschlossen mit vielen Ausnahmen

Neue Verfügung: Einzelhandel geschlossen mit vielen Ausnahmen

Der Dorfplatz mit vielen Einzelhandelsgeschäften. Besonders Geschäfte der Grundversorgung bleiben weiter offen.

In Zeiten des Coronavirus sind die Veränderungen recht schnell. Am Montag erließ die Gemeinde eine erste „Allgemeinverfügung“. Diese ist am Donnerstag wieder außer Kraft und durch eine neue ersetzt. Diese gilt ab sofort und wie die alte Verfügung ebenfalls bis zum 19. April. Eine Verlängerung ist möglich.

Neu ist vor allem, dass viele Einzelhandelsgeschäfte schließen müssen („Die Verkaufsstellen des Einzelhandles sind zu schließen“). Geöffnet bleiben dürfen Lebensmittelmärkte, der Wochenmarkt, Getränkemärkte, Apotheken, Sanitätshäuser, Drogerien, Tankstellen, Poststellen sowie Zeitungsverkauf. Ausgenommen von der Regelung sind auch Tierbedarfsmärkte, Gartenbaumärkte, Baumärkte, Banken, Abhol- und Lieferdienste, Friseure, Reinigungen, Waschsalons und der Großhandel.

Die Geschäfte haben aber Maßnahmen zu ergreifen, die zur Hygiene dienen und Warteschlangen vermeiden. Laut neuer Verfügung dürfen Lebensmittel- und Wochenmärkte, Apotheken, Abhol- und Lieferdienste sowie Geschäfte des Großhandels auch an Sonn- und Feiertagen öffnen (jeweils von 13 bis 18 Uhr). Ausgenommen sind Karfreitag, Ostersonntag und -montag. Dienstleister und Handwerker können weiterhin ihrer Tätigkeit nachgehen. Das heißt, Fahrradhandel zum Beispiel ist derzeit untersagt, Fahrradreparaturen nicht.

Auflagen für Beerdigungen

Restaurants und Cafés müssen komplett geschlossen bleiben mit Ausnahme von Lieferservices und Drive-In-Angbeoten. Geschlossen sind auch alle Spiel- und Bolzplätze (auf öffentlichen und privaten Flächen).

Ein großer neuer Einschnitt ist auch die Auflagen für Beerdigungen. Sämtliche Teilnehmer haben sich unter Angabe der Kontaktdaten (Datum, Uhrzeit, Nachname, Vorname, Telefonnummer) bei dem Bestattungsunternehmen registrieren zu lassen. Die maximale Besucherzahl ist auf 20 Personen beschränkt. Die Trauerfreier soll außerdem im Freien auf dem Friedhof stattfinden. In einer Kirche oder Trauerhalle sei es nicht möglich, einen Mindestabstand von zwei Metern zueinander einzuhalten.

Untersagt bleiben alle Formen von Versammlungen, egal ob in geschlossenen Räumen oder unter freiem Himmel. Ausgenommen sind unter anderem Blutspenden, die „der Versorgung der Bevölkerung mit lebensnotwendigen Blutprodukten dienen“, wie es in der Verfügung heißt.

Erweitert wurden in der neuen Verfügung dagegen die Betretungsverbote für Reiserückkehrer aus Risikogebieten und die Maßnahmen für Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen sowie für stationäre Einrichtungen der Pflege und der Eingliederungshilfe. „Es geht darum, die sozialen Kontakte weiter zurückzuführen und die Risiken weiter zu minimieren“, sagt Bürgermeister Berthold Bültgerds zur neuen Verfügung. „Es handelt sich um sinnvolle Schritte, so hart sie auch erscheinen mögen. Und ich merke auch, dass in der Bevölkerung Verständnis für diese Schritte da ist. Jetzt hoffen wir, dass sie nicht zu lange anhalten müssen und bald erste Erfolge eintreten.“