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Nato geht von großen russischen Verlusten aus

Mittwoch, 29. November 2023 - 13:25 Uhr

von dpa

Der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba (l) und Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg in Brüssel. Foto: Virginia Mayo/AP

Brüssel (dpa) - Nach Einschätzung der Nato hat die Zahl der in der Ukraine getöteten oder verwundeten russischen Soldaten die Marke von 300.000 überschritten. „Militärisch hat Russland einen erheblichen Teil seiner konventionellen Streitkräfte verloren“, sagte Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg nach einem Bündnistreffen mit dem ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba in Brüssel. Dazu gehörten auch Hunderte Flugzeuge und Tausende Panzer.

Zugleich warnte Stoltenberg davor, große Hoffnungen darauf zu setzen, dass die Verluste zu einem schnellen Ende des Kriegs in der Ukraine führen. Der russische Präsident Wladimir Putin habe eine hohe Toleranzschwelle, was die Opfer angehe, sagte der Norweger. Die russischen Ziele in der Ukraine hätten sich nicht geändert.

Wie viele der russischen Opfer nach Einschätzung der Nato Tote sind, sagte Stoltenberg nicht. Auch zu Verlusten auf ukrainischer Seite gab es keine Angaben. Stoltenberg betonte stattdessen die Erfolge des Landes im Abwehrkampf gegen die Invasoren aus Russland.

Die Ukraine habe im vergangenen Jahr die Schlachten um Kiew, Charkiw und Cherson gewonnen und füge Russland auch in diesem Jahr schwere Verluste zu, sagte er. Mittlerweile habe das Land 50 Prozent des ursprünglich von Russland besetzten Territoriums zurückerobert. Zudem sei im Schwarzen Meer die russische Flotte zurückgedrängt worden, was die Einrichtung von Routen für den Getreideexport ermöglicht hätte.

„Am wichtigsten ist, dass sich die Ukraine als souveräne, unabhängige Nation durchgesetzt hat“, fügte Stoltenberg hinzu. „Das ist eine wichtige Errungenschaft - ein großer Gewinn.“ Russland werde hingegen immer abhängiger von China. „Moskau verpfändet seine Zukunft an Peking“, sagte er. Während die Ukraine vorangekommen sei, sei Russland zurückgefallen und nun „politisch, militärisch und wirtschaftlich schwächer“.

© dpa-infocom, dpa:231129-99-117563/4

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