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Schlachtbetrieb Tönnies für 14 Tage geschlossen

Samstag, 20. Juni 2020 - 15:35 Uhr

von dpa

Ein Soldat Bundeswehr vor dem Gebäude der Fleischfabrik Tönnies in Rheda-Wiedenbrück. Foto: David Inderlied/dpa

Gütersloh (dpa) - Die Zahl der positiv auf das Coronavirus getesteten Mitarbeiter beim Fleischbetrieb Tönnies ist auf mehr als 1000 gestiegen. Nun ist die Entscheidung gefallen, den Betrieb für zwei Wochen zu schließen.

Der Fleischbetrieb Tönnies in Rheda-Wiedenbrück ist für 14 Tage geschlossen. Das habe der Kreis verfügt, wie der Leiter des Krisenstabes, Thomas Kuhlbusch, in Gütersloh mitteilte.

Nach dem Corona-Ausbruch bei dem Fleischproduzenten sind mittlerweile 1029 Mitarbeiter positiv auf das Virus getestet worden. Insgesamt 3127 Befunde lägen mittlerweile vor, so der Landrat des Kreises Gütersloh, Sven-Georg Adenauer. Adenauer betonte: „Wir haben keinen signifikanten Eintrag von Corona-Fällen in die allgemeine Bevölkerung.“

Die Corona-Reihenuntersuchungen auf dem Gelände der Fleischfabrik im nordrhein-westfälischen Rheda-Wiedenbrück werden fortgesetzt. Seit Freitag unterstützen Bundeswehrsoldaten die Maßnahmen.

Mehrere Kleinbusse mit ausländischen Kennzeichen brachten am Vormittag zumeist Männer zum Werk. Nicht alle trugen dabei Schutzmasken, berichtete eine dpa-Reporterin. Auch Fahrzeuge der Uniklinik Bonn und der Bezirksregierung Detmold kamen zum Schlachtereibetrieb. Mitarbeitende trugen Masken und Kühlboxen auf das Gelände. Auch Einsatzkräfte der Polizei waren vor Ort.

Der Kreis hatte am Freitag verfügt, dass alle rund 6500 Tönnies-Mitarbeiter am Standort Rheda-Wiedenbrück mitsamt allen Haushaltsangehörigen in Quarantäne müssen. Das betreffe auch die Verwaltung, das Management und die Konzernspitze, teilte der Kreis Gütersloh am Freitagabend mit.

Das Land will die Quarantäneanordnung für die Mitarbeiter konsequent durchsetzen. Es werde dazu alle ihm zur Verfügung stehenden Mittel einsetzen, hatte NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) am Freitagabend in Düsseldorf gesagt. „Wir müssen sicherstellen, dass in dieser Situation jeder sich an die Regeln hält.“ Einen Corona-Ausbruch habe es „in dieser Größe“ in NRW bisher nicht gegeben.


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