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Grafschaft Bentheim/Emsland

Moorbrand: Landkreis Emsland ruft den Katastrophenfall aus

Evakuierungen möglich

Freitag, 21. September 2018 - 10:49 Uhr

von Newsdesk

Foto: Friso Gentsch/dpa

Nach Raketentests auf deinem Testgelände der Bundeswehr schwelt ein Moorbrand. Der Fall beschäftigt nun auch die Justiz.

Der Landkreis Emsland hat am Freitag wegen des Moorbrandes auf dem Gelände der Wehrtechnischen Dienststelle (WTD) bei Meppen den Katastrophenfall ausgerufen. Eine Evakuierung der Gemeinden Groß Stavern und Klein Stavern könne nicht mehr ausgeschlossen werden, teilte Landrat Reinhard Winter mit. Hintergrund ist ein aufkommender Sturm, der den Moorbrand auf dem Bundeswehr-Testgelände frisch anfacht.

Die Ausrufung des Katastrophenfalls als offizielle Akt sei eine wichtige Voraussetzung, um zum Beispiel auch mit überörtlicher Unterstützung planen und arbeiten zu können, insbesondere, wenn sich die Situation vor Ort nachhaltig verschärfe, erklärte Winter. „Wir wappnen uns für alle Eventualitäten und kommen hiermit vor die Lage“,sagte der Landrat. „Mit Blick auf die neue Situation und die Prognosen der Bundeswehr können wir derzeit eine Evakuierung der Gemeinden Groß und Klein Stavern zudem nicht mehr ausschließen“, erläutert Winter. „Wir sind gut vorbereitet und wollen keine Unruhe erzeugen. Da der Schutz der Bevölkerung für uns an erster Stelle steht, möchten wir aber die Staverner frühzeitig darauf aufmerksam machen, dass eine Evakuierung nicht mehr undenkbar ist“, sagte Winter.

Bürger Staverns seien daher aufgefordert, sich grundsätzlich auf eine eventuelle Evakuierung vorzubereiten. „Eine ganz konkrete Prognose ist derzeit nicht möglich, dennoch ist zu erwarten, dass sich Rauchbelästigung und Funkenflug verschärfen. Aber ob überhaupt evakuiert werden muss, ist natürlich abhängig vom Verlauf der Löscharbeiten auf dem Areal der Bundeswehr sowie den sich verändernden Wetterbedingungen“, ergänzte Winter. Hier befinde man sich in enger Abstimmung mit der Bundeswehr, Experten sowie den Einsatzkräften vor Ort. Zudem werde derzeit ein engmaschiges Netz an Messpunkten eingerichtet, um die Belastung durch den Rauch permanent zu überwachen. „Die Einwohner Staverns sind aufgefordert, die Ruhe zu bewahren, sollten aber vorsorglich die wichtigsten Dokumente wie Ausweispapiere und benötigte Medikamente zusammenpacken“, empfiehlt der zuständige Dezernent Marc-André Burgdorf.

Am Samstag will Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) die WTD besuchen, um sich vor Ort ein Bild von der Lage zu machen.

Karte

Sollte es zur Evakuierung kommen, würden zeitnah Sammelplätze und Unterbringungsmöglichkeiten kommuniziert. Auch das eigenständige Verlassen der Gemeinden sei natürlich möglich. Ein Bürgertelefon des Landkreises für Betroffene ist eingerichtet unter den Telefonnummern 05931/44-5701, 05931/44-5702 und 05931/44-1431.

Auch Einsatzkräfte aus Rheine und Emsdetten im Einsatz

Im Einsatz sind auch Kräfte aus Rheine und Emsdetten.

Das Feuer brennt seit mehr als zwei Wochen auf der WTD bei Meppen. Mehr als 1000 Helfer von Feuerwehr und THW sind im Einsatz. Mittlerweile hat der Brand sich auf eine Fläche ausgedehnt, die größer ist als 1000 Fußballfelder.


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