Kreis Steinfurt

Der Schnee beherrscht die Region

Höchste Unwetter-Warnstufe für den Kreis

Sonntag, 7. Februar 2021 - 18:30 Uhr

von Sebastian Kröger

Foto: Julian Lorenbeck

Der angekündigte Schneesturm ist gekommen – und beschäftigt die Winterdienste der Region den ganzen Sonntag. Wir haben die Entwicklungen und Auswirkungen zusammengefasst:

Kreative Rheinenser

Neben Spaziergängen hatten die Rheinenser viele kreative Ideen: Franz Frie zum Beispiel schnappte sich nach den Wettermeldungen sein Snowboard und montierte ein Windsurfsegel an das Brett. Bei dem starken Wind versuchte er dann am Sonntag am Zoo auf den zugeschneiten Flächen mithilfe der Energie des Windes zu „snowboarden“. „Wir sind kreativ damit umgegangen, man muss das Beste draus machen“, erklärt er. Andere wiederum rodelten die leere Emsstraße herunter oder vergnügten sich an der Hünenborg auf ihren Schlitten.

Probleme im Zugverkehr

Die Deutsche Bahn hat in Norddeutschland schon im Voraus einige Bahnverbindungen eingestellt. So fallen die Intercity-Züge, die von Rheine nach Norddeich fahren, ersatzlos aus. Mittlerweile geht ab den Bahnhöfen in Rheine und Emsdetten kaum noch etwas: Die Westfalenbahn verkehrt derzeit nur noch zwischen Meppen und Emden, auch auf den Linien RB 61 und RB 65 gibt es viele Ausfälle.

R80-Busse fallen aus

Die Busverbindung zwischen Rheine über Neuenkirchen und Wettringen nach Steinfurt, die Linie R80 wird derzeit nicht bedient. „Die Sicherheit steht über allem“, teilte der Reisedienst Veelker mit: „Wir werden die Wetterlage genau beobachten und uns zu gegebener Zeit melden.“

Gegenseitige Hilfe in Neuenkirchen

Viele Helfer fanden sich in Neuenkirchen: Während der Bauhof in Neuenkirchen sich um den Ortskern kümmerte, waren die Landwirte in den Außengebieten und in St. Arnold unterwegs. Frank Becker räumte mit seinen Fahrzeugen die Straßen in den Gewerbegebieten vom Schnee. „Wir waren gut organisiert. Das war sehr professionell“, fand Bürgermeister Willi Brüning.

Abholservice für Impfzentrum

Aufgrund des extremen Schnees und der damit verbundenen angespannten Verkehrsverhältnisse bietet der Kreis Steinfurt allen Bürgerinnen und Bürgern, die am Montag, 8. Februar, und Dienstag, 9. Februar, einen Termin im Impfzentrum in Greven haben und sich nicht zutrauen, selber zu fahren, einen Abhol-Service an. „Möglich ist dieser durch die Unterstützung großer Unternehmen aus der Region“, heißt es von der Kreisverwaltung. Wer diesen Service in Anspruch nehmen möchte, kann sich am Montag ab 9 Uhr unter der Hotline 02551/ 69-5700, melden.

Viele Einsätze für Feuerwehr Emsdetten

Seit 6 Uhr am Sonntagmorgen ist die Emsdettener Feuerwehr im Dauereinsatz: „Wir hatten bisher 30 Einsätze“, sagte Wehrführer Willi Kemper gegen 11.15 Uhr. Größter Einsatz für die Helfer ist an der Spiel- und Sporthalle am Hallenbad. In Neuenkirchen gab es bis zum Sonntagmittag hingegen keine Einsätze. „Es blieb alles ruhig“, vermeldete Feuerwehrleiter Ralf Stoltmann gegen 12.30 Uhr. Auch in Rheine hatte die Feuerwehr bis zum Mittag keine Einsätze aufgrund der Witterung.

Foto: Julian Lorenbeck

Ruhiger Sonntag für die Polizei im Kreis Steinfurt

Sehr ruhig gestaltet sich der Sonntag mit Blick auf die witterungsbedingten Einsätze für die Polizei im Kreis Steinfurt. „Die Leute bleiben zuhause und das ist auch gut so“, sagte ein Polizeisprecher am Sonntagvormittag mit Blick auf Schnee und Glätte. Es habe bisher keine größeren Unfälle in Zusammenhang mit dem Schneesturm gegeben, vereinzelt blieben Autos aufgrund des Schnees stecken. „Das ist aber normal bei solchen Witterungslagen“, sagte der Sprecher.

Nach Angaben der Polizei Münster kam es im Kreis Steinfurt bis zum späten Vormittag zu fünf witterungsbedingten Unfällen. Im ganzen Münsterland zählte die Polizei 39 Unfälle. Insgesamt entstand bei den Verkehrsunfällen im Münsterland ein geschätzter Sachschaden in Höhe von knapp 90.000 Euro. Darüber hinaus nahmen Polizisten 59 weitere sonstige witterungsbedingte Einsätze wahr. Dazu zählten vor allem zahlreiche in den Schneemassen festgefahrene Fahrzeuge.

15 Zentimeter in Rheine

Unsere Reporter haben schon einmal händisch nachgemessen: 15 Zentimeter Schneefall gab es in Rheine. Die Räumdienste sind im Einsatz, aber kommen bei diesen Schneemassen natürlich nicht so schnell hinterher: Auch viele Hauptverkehrsstraßen, wie die Salzbergener Straße, sind aktuell mit einer dicken Schneeschicht bedeckt. Die Rheinenser scheinen sich aber eh an den Ratschlag des Deutschen Wetterdienstes zu halten und bleiben – bisher – größtenteils zuhause: Autos gibt es kaum zu sehen.

Bildergalerie

Wintereinbruch in Rheine

Sonntag, 7. Februar 2021
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Foto: Julian Lorenbeck

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Foto: Julian Lorenbeck

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Foto: Sebastian Kröger

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Foto: Matthias Schrief

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Foto: Sebastian Kröger

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Foto: Matthias Schrief

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Foto: Matthias Schrief

Wettringer Feuerwehr entspannt

„Alles im grünen Bereich“, meldete Wettringens Wehrführer Christoph Remki am Sonntagvormittag. Einsätze habe es noch keine gegeben, allerdings waren die Einsatzkräfte am Vormittag dennoch gefordert: Den Vorplatz des Gerätehauses galt es von Schnee zu räumen. Und dann gab es in Wettringen noch eine Geschichte, die der Schnee schrieb: Unsere Reporterin Kerstin Frohoff-Hülsmann war mit ihrem Mann auf dem Trecker unterwegs, um mit ihrer Kamera Impressionen des Schneetreibens im Hiärtken einzufangen. Dabei stießen sie auf ein Räumungsfahrzeug, das wegen der Glätte in den Straßengraben gerutscht war und alleine nicht wieder rauskam. Mit Hilfe des Treckers konnte das Räumungsfahrzeug befreit werden und der Fahrer weiter seinen Dienst verrichten.

Unfall auf A 30

In der Nacht zu Sonntag hat auf der A 30 in Höhe Emsbüren der Fahrer eines Sattelzuges die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren. Bei starkem Schneefall und Schneeverwehungen kam der Lkw nach rechts von der Fahrbahn ab, kippte auf die Fahrerseite und legte sich quer über die Fahrbahn, berichtet die Polizei. Der 30-jährige Fahrer wurde bei dem Unfall leicht verletzt. Für die Bergungsarbeiten wurde die Autobahn bis 15 Uhr voll gesperrt.

Video

Schneefall in Rheine

Feuerwehren in Bereitschaft

Nachdem der Deutsche Wetterdienst für diesen Sonntag die höchste Unwetterwarnstufe ausgegeben hat, sind auch die Feuerwehren in Alarmbereitschaft: Seit 22 Uhr ist das Gerätehaus der Feuerwehr Emsdetten ständig besetzt, teilt sie auf Facebook mit.

Für den Kreis Steinfurt gilt am Sonntag die Unwetterwarnung vor starker Schneeverwehung. Auch die Warn-App „Nina“ schlug für den Kreis Steinfurt Alarm und empfiehlt, sämtliche Autofahrten zu vermeiden.

Der Räumdienst der Technischen Betriebe Rheine (TBR) sieht sich gut auf einen möglichen Schneesturm vorbereitet: Fahrzeuge mit Schneeschiebern seien bereits eingerüstet, der Bereitschaftsdienst organisiert, sagte Martin Forstmann, stellvertretender Betriebsleiter der TBR. Die Stadt Emsdetten bittet darum, dass Fahrräder, Autos und Mülltonnen nicht zum Hindernis werden, wenn Straßen und Wege geräumt werden müssen.

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