Kreis Steinfurt

Frühere Diagnose, bessere Prognose

„Tag der Krebsvorsorge“ am 28. November

Dienstag, 28. November 2023 - 06:00 Uhr

von Newsdesk

Zum Tag der Krebsvorsorge – jedes Jahr am 28. November – appellieren die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe sowie verschiedene Verbände, Kassen und Ärzte eindringlich an Bürgerinnen und Bürger, die Angebote zur Krebsvorsorge in Anspruch zu nehmen.

Foto: picture alliance/dpa

Ein Mitarbeiter betrachtet in einem Kontrollraum des Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) auf einem Monitor das Querschnittsbild einer Prostata (Symbolfoto).

Zum Tag der Krebsvorsorge – jedes Jahr am 28. November – appellieren die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe sowie verschiedene Verbände, Kassen und Ärzte eindringlich an Bürgerinnen und Bürger, die Angebote zur Krebsvorsorge in Anspruch zu nehmen. „Frauen und Männer sollten die Chance der frühen Diagnostik unbedingt nutzen. Denn wenn Krebs frühzeitig erkannt wird, bestehen heute gute Heilungschancen. Deshalb unsere gemeinsame Bitte: Nutzen Sie die Vorsorgeangebote“, heißt es in einer Pressemitteilung.

Rückgang bei den Untersuchungszahlen

Insgesamt ist in Westfalen-Lippe ein Rückgang bei den Untersuchungszahlen zur Krebsfrüherkennung (Frau ab 20 Jahre, Mann ab 45 Jahre) festzustellen: Im Jahr 2022 gingen rund 420.000 Männer zur Vorsorgeuntersuchung – im Vergleich zum vergangenen Jahr vor der Corona-Pandemie (2019) waren das rund 10.000 Patienten weniger (minus 2,3 Prozent). Noch stärker fällt der Einbruch der Vorsorgezahlen bei den Frauen aus: Im vergangenen Jahr gingen rund 1,4 Millionen Patientinnen zur Krebsvorsorge, rund 120.000 Patientinnen weniger als drei Jahre zuvor (minus 8,2 Prozent).

Mit 46 Jahren bekommt Gisela Schwesig eine Nachricht, die ihr Leben verändert: Sie hat Brustkrebs. Dass bei ihr ein erhöhtes Risiko besteht, war immer klar. Ihre Mutter erkrankt mit 47 an Brustkrebs, ihre Schwester mit 44 Jahren.

„Nach der Diagnose sitzen wir alle im gleichen Boot“

Gisela Schwesig achtet seit ihrer Jugend regelmäßig auf Veränderungen, tastet sich gründlich ab. Ein erster Verdacht bestätigt sich nicht. Bei der zweiten Gewebeentnahme, auf der sie besteht, dann doch das Ergebnis: ein schnell wachsender Tumor in der Brust, der bereits Metasthasen in die Lymphknoten gestreut hat. Gisela Schwesig lässt sich vom Schicksalsschlag nicht unterkriegen, sagt dem Krebs gemeinsam mit ihrer Schwester, die ihre Diagnose drei Wochen früher bekommt, schnell den Kampf an. Sie will alles genau wissen, arbeitet sich ins Thema ein, sucht Kontakt zu anderen Betroffenen und stellt schnell fest: „Nach der Diagnose sitzen wir alle im gleichen Boot – mit unzähligen Fragen, Unsicherheiten und Zukunftssorgen.“

Gisela Schwesig ist Vorsitzende des NRW-Landesverbands der Frauenselbsthilfe Krebs.

Das ist jetzt fast 14 Jahre her. Die inzwischen 60-Jährige sagt: „Jetzt bin ich eine dieser Frauen, die anderen Mut macht.“ Als Vorsitzende des NRW-Landesverbands der Frauenselbsthilfe Krebs, die Betroffenen einen Austausch in 32 Selbsthilfe-Gruppen anbietet, appelliert sie an ihre Mitmenschen: „Es hilft nicht, die Augen vor dem Thema Krebs zu verschließen.“ Sie hält kurz inne und bringt es dann prägnant auf den Punkt: „Frühere Diagnose, bessere Prognose!“

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Denn jeder zweite Mann und auch jede zweite Frau erkrankt im Laufe des Lebens an Krebs, jede achte Frau an Brustkrebs. Gisela Schwesig: „Eine Krebserkrankung ist kein Spaziergang, die Therapien gehen oft über viele Jahre. Aber auch mit oder nach Krebs ist ein lebenswertes Leben möglich.“ Hilfreich: die rechtzeitige Diagnose. Schwesig rät deshalb dringend zur Vorsorge: „Die Früherkennungs-Untersuchung ist kostenlos, schnell getan und kann unter Umständen lebensrettend sein.“

Nicht in Panik geraten

Allen, die eine Diagnose bekommen, empfiehlt sie, nicht in Panik zu geraten: „Ich kann Menschen mit Krebs oder anderen Erkrankungen nur ermutigen, über Selbsthilfe neu nachzudenken und sie auszuprobieren. Für mich war es die richtige Entscheidung. Ich bin gestärkt aus meiner Diagnose hervorgegangen. Die Frauenselbsthilfe hat mir dabei sehr geholfen.“

Deutsche Krebsgesellschaft: www.krebsgesellschaft.de

Krebsgesellschaft NRW: www.krebsgesellschaftnrw.de

Bundesverband Frauenselbsthilfe Krebs: www.frauenselbsthilfe.de

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