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Münsterland

Polizei sucht Täter im Partyzug

Flasche aus fahrendem Zug verletzt Zweijährige lebensgefährlich

Samstag, 2. November 2019 - 11:59 Uhr

von Günter Benning

Foto: Günter Benning

Im Bahnhof Greven kontrollierte die Polizei den Partyzug.

Der Müller-Reisezug stand still. Über fünf Stunden warteten 500 Reisende am Freitag im Grevener Bahnhof, weil zuvor bei der Durchfahrt eines roten Partyzuges im Bahnhof Kamen eine Zweijährige durch einen Gegenstand lebensgefährlich verletzt wurde, der aus einem fahrenden Waggon geflogen war. Der Partyzug war am Freitag in Köln gestartet, gegen 10.50 Uhr kam es auf dem Bahnhof in Kamen zu dem gefährlichen Zwischenfall. Der Vater sei mit dem Mädchen auf dem Arm am Freitagmorgen die Treppe zum Gleis hinaufgestiegen, wie die Polizei mitteilte.

Am Freitagabend bestätigte das Polizeipräsidium in Dortmund, dass es sich bei dem Wurfobjekt um eine Glasflasche gehandelt hat. Offen sei, ob die Flasche aus dem Zug gefallen sei oder geworfen wurde, sagte ein Polizeisprecher. Zunächst fuhr der Zug weiter in Richtung Hamm und wurde schließlich in Greven auf einem nicht für den Durchgangsverkehr genutzten Gleis gestoppt. Das schwer verletzte Mädchen werde, hieß es, in einer Klinik behandelt. Sein Zustand war kritisch. Das Mädchen schwebt nach Polizeiangaben vom Samstag jedoch nicht mehr in akuter Lebensgefahr. Der Zustand des Kindes sei nach einer Operation stabil, sagte ein Sprecher der dpa.

„Wir haben das in 50 Jahren Freizeitreisen noch nicht erlebt“, sagte ein Vertreter des münsterischen Reiseveranstalters, der regelmäßig Fahrgäste in Partylaune nach Norderney bringt. Der Reisezug wurde nach dem Vorfall im Grevener Bahnhof angehalten. Über 100 Polizeibeamte nahmen dort die Ermittlungen auf. Da sich der Flaschenwerfer nicht zu erkennen gab, wurde von jedem einzelnen Reisenden ein Foto gemacht. In den engen Gängen sah man teilweise alkoholisierte Partyreisende, die mit Polizeihandys abgelichtet wurden. Erst am Abend konnte der Zug seine Fahrt wieder aufnehmen.


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