Stadtwerke

Langfristige Sicherstellung der öffentlichen Trinkwasserversorgung

Dortmund-Ems-Kanal wird für die weitere Anreicherung des Grundwassers genutzt

Freitag, 30. April 2021 - 11:08 Uhr

von Newsdesk

Foto: Privat

Wie bei der Wasserentnahme aus dem Hemelter Bach werden am Kanal Pumpen das Wasser in die Versickerungsbecken pumpen.

„Rheine entwickelt sich sehr positiv“, sagt Dieter Woltring, Geschäftsführer der Energie- und Wasserversorgung (EWR) der Stadtwerke Rheine. „In den nächsten Jahren werden sowohl die Wohngebiete als auch die Industrie- und Gewerbegebiete wachsen.“ Die Folge: Haushalte und Unternehmen verbrauchen mehr Wasser. „Dazu kommt, dass der Wasserverbrauch in den vergangenen Jahren auch aufgrund der Witterung gestiegen ist“, erinnert Woltring zum Beispiel an den Trockensommer 2020. „Insgesamt erwarten wir also einen steigenden Wasserbedarf.“ Liegt dieser aktuell bei etwa sechs Millionen Kubikmetern pro Jahr, könnten in den nächsten 20 Jahren Spitzenjahresverbräuche von bis zu ca. 6,5 Millionen Kubikmetern Realität werden.

Auf diese Entwicklung bereitet sich die EWR seit einigen Jahren vor: Die Anreicherung des Grundwassers aus Bächen ist in den heißen Sommermonaten sehr limitiert, sodass nun eine neue Quelle erschlossen wird: der Dortmund-Ems-Kanal. „Der Dortmund-Ems-Kanal hat sich auch aufgrund der hohen Wasserqualität für die Wasserentnahme als am geeignetsten erwiesen, sodass wir uns die Entnahmerechte bereits gesichert haben“, so Woltring.

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Das Kanalbecken am Listweg für die Wasserentnahme wird so angelegt, dass sowohl die Bäume als auch der Fußweg weiterhin bestehen bleiben.

Aktuell münden die baulichen Planungen in die Umsetzung. In Rodde am Listweg wird eine Entnahmestelle erbaut, von der aus das Wasser des Dortmund-Ems-Kanals über eine Gefälleleitung in die Pumpstation auf der angrenzenden ehemals landwirtschaftlichen Fläche gelangt. Nach einer Vorreinigung fördern die Pumpen in fünf Metern Bodentiefe dann das Kanalwasser zu den Versickerungsbecken am Hemelter Bach. So gelangt das Kanalwasser über Grundwasserpassagen im Boden zu den Pumpen des Wasserwerks. „Wie auch beim Wasser aus dem Hemelter Bach nutzen wir den natürlichen Bodenfilter, um Bakterien aus dem Kanalwasser zu filtern“, erläutert Dustin Twieling, Leiter der Gas-/Wasserversorgung der EWR. Kommt das Wasser schließlich im Wasserwerk Hemelter Bach an, beginnt seine Aufbereitung zu Trinkwasser.

2023 sollen alle Bauwerke für die Nutzung des Dortmund-Ems-Kanalwassers abgeschlossen sein. Begonnen wird mit der rund 1,5 Kilometer langen Transportleitung vom Kanal zum Hemelter Bach. Sie verläuft in 1,5 Metern Bodentiefe, sodass die landwirtschaftliche Fläche darüber weiterhin genutzt werden kann. „Die Gespräche mit dem Landwirt, von dem wir auch eine kleine Fläche für das Pumpwerk nutzen, waren immer sehr kooperativ, sodass unsere Planungen bislang zügig vorangeschritten sind“, sagt Woltring. Die Transportleitung wird außerhalb der Erntezeit im offenen Verfahren bis Januar 2022 verlegt. Anschließend werden Kanalbecken und Pumpstation errichtet. Klappt alles wie geplant, steht bereits im Sommer 2023 die zusätzliche Möglichkeit zur Grundwasseranreicherung zur Verfügung.

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