Stadtwerke

Teambegleiter und Dienstleister für die Region

Geschäftsführung setzt Energiewende-Prozess mitarbeiter- und kundennah fort

Montag, 22. März 2021 - 10:13 Uhr

von Newsdesk

Foto: Frank Peterschröder

Seit dem 1. Januar dieses Jahres komplettiert Dennis Schenk die Geschäftsführung der Stadtwerke Rheine. Seine ersten 100 Tage sind noch nicht um, dennoch nutzen wir die Gelegenheit zu einem Interview.

Herr Schenk, Ihr Antritt fiel mitten in die Corona-Zeit. Hat sich das sehr bemerkbar gemacht?

Schenk: Das war schon ein anderer Einstieg. Ich arbeite gerne eng mit Menschen zusammen. Das musste wegen Corona bisher in anderem Maße digital oder telefonisch stattfinden. Ich bin zwar mit Maske und viel Abstand durchs Unternehmen gegangen und habe in die Büros gewunken, aber ich freue mich sehr darauf, wenn die Zukunft eine intensivere persönliche Zusammenarbeit ermöglicht. Für den Austausch sind einfach Mimik und Gestik ganz wichtig, besonders wenn man einander persönlich noch nicht so gut kennt.

Ihr Team kann also einen mitarbeiternahen Führungsstil erwarten?

Schenk: Jedes Unternehmen ist nur so gut wie die Gesamtzahl der darin mitwirkenden Menschen. Ich bin sehr gespannt darauf, wohin die Bestrebungen der einzelnen Mitarbeiter der Stadtwerke zielen. Die Arbeit der Stadtwerke Rheine ist zunehmend durch Herausforderungen und Veränderung geprägt und für diesen Prozess möchte ich unser Team stärken und es begleiten. Ich gebe mit Sicherheit eine Richtung vor, aber ich bin niemand, der alles genau festlegt. Die kreative Entwicklung von Zukunftslösungen findet bei den Mitarbeitern statt, die nah am Kunden sind.

Apropos Kunden: Was dürfen die von Ihnen erwarten?

Schenk: Ich sehe uns als Dienstleister für den Kunden. Wir möchten alles voranbringen, was nah am Kunden ist und für ihn Mehrwerte schafft. Wir haben bei den Stadtwerken Rheine eine gute Ausgangssituation, um Synergien zwischen Themen zu erzeugen und vom Kunden her für den Kunden Angebote zu entwickeln, die sich verändernden Gewohnheiten anpassen. Ein lokaler Versorger muss das leisten – sei es beim ÖPNV, bei der Energie, der E-Mobilität oder bei Zukunftsfragen wie Wasserstoff oder Parkflächenmanagement. Unsere Arbeit wird also in Zukunft mit Sicherheit interaktiver werden, sich am Puls der Zeit orientieren und dabei unsere traditionellen Werte beibehalten. In welcher Form wir die Kunden einbinden, wird sich noch entwickeln.

Herr Schenk, Sie haben Ihr „Handwerk“ in der Unternehmensberatung erlernt und sind jetzt beim dritten Stadtwerk. Was ist so faszinierend an Stadtwerken?

Schenk: Der absolute Paradigmenwandel durch Energiewende und Digitalisierung gepaart mit der stark kommunalen Ausrichtung auf den Kunden. Die Energielandschaft entwickelt sich rasant, hier ergeben sich sehr spannende Chancen und Handlungsmöglichkeiten für uns, deren Erfolg wir direkt am Kunden sehen.

Frau Heckhuis, Sie sind nun bereits seit einem Jahr in der Geschäftsführung. Welche Themen sind in der Zukunft darüber hinaus besonders wichtig?

Foto: Privat

Heckhuis: Die Stadtwerke Rheine stehen für eine zuverlässige Versorgung der Kundinnen und Kunden mit Energie, Wärme, Wasser, ÖPNV, Parkmöglichkeiten und Telekommunikation sowie für den Betrieb der Hallenbäder in Rheine und Mesum, des Freibades und des im Bau befindlichen Kombibads. Neben einem wichtigen Standortfaktor für Industrie und Privatpersonen ist die Stadtwerke Rheine-Unternehmensgruppe auch ein moderner und innovativer Arbeitgeber. Als verantwortliche Geschäftsführerin u.a. für den Bereich Personal ist es meine Aufgabe, Strategien zu entwickeln, die Motivation der Belegschaft aufrechtzuerhalten und zugleich neues Personal zu gewinnen. Ich stehe dafür, die Stadtwerke unter den Aspekten der Nachhaltigkeit zu führen. Ich verfolge das Ziel, dass wir ein verlässlicher und innovativer Infrastrukturdienstleister für die Stadt Rheine und die Region bleiben. Dazu möchte ich die Stadtwerke als regionales, verlässliches und nachhaltiges Unternehmen weiter am Markt behaupten.

Herr Woltring, welche Entwicklungen und Herausforderungen sehen Sie bei der Energie- und Wasserversorgung?

Foto: Privat

Woltring: Die Sicherstellung einer ausreichenden Wasserversorgung ist uns sehr wichtig. 2020 war das dritte Trockenjahr in Folge. Zudem gehen wird durch das Wachstum der Stadt und die Neuansiedlung von Gewerbe- und Industrieunternehmen von einem weiter steigenden Wasserverbrauch aus. Daher investieren wir in die Wasserversorgung: Wir planen derzeit, unsere Wasseraufbereitungsanlagen zu erweitern und für die Grundwasseranreicherung zusätzliches Wasser aus dem Dortmund-Ems-Kanal zu entnehmen. Ebenso ist uns der Schutz des Grundwassers in unseren Wassergewinnungsgebieten sehr wichtig. Unsere vorsorgenden Schutzmaßnahmen gegen unzulässig hohe Nitrateinträge in das Grundwasser unserer Wassergewinnungsgebiete verfolgen wir intensiv weiter. Für den Ausbau der E-Mobilität schließen wir zusätzliche öffentliche und private Ladeeinrichtungen an unser Stromnetz an, passen unsere Netzinfrastruktur an und entwickeln geeignete Geschäftsmodelle. Bei den erneuerbaren Energien engagieren wir uns ebenso weiter. Wir investieren darin und integrieren Anlagen für erneuerbare Energien in unsere Versorgungsnetze. Die Erzeugung und Nutzung von grünem Wasserstoff, z. B. für Mobilitätszwecke, stellt ein weiteres Zukunftsthema dar.

Neue Technologien sind also für die Stadtwerke Rheine in allen Bereichen von großer Bedeutung. Herr Ventker, welche Projekte stehen im Bereich Telekommunikation zukünftig an?

Foto: Privat

Ventker: Die Umsetzung unserer Telekommunikations-Projekte schreitet auch in Zukunft weiter voran. Die Anforderungen an das Telekommunikationsnetz und die technischen Möglichkeiten steigen und verändern sich laufend. Hier setzen wir alles daran, zukünftige Bedarfe bereits heute einzuplanen. Aktuell erschließen wir die „weißen Flecken“ auf der Breitbandkarte durch den geförderten Breitbandausbau. Außerdem treiben wir die FTTH-Erschließung von Neubaugebieten wie der Eschendorfer Aue voran und sind mit der Breitbandoffensive in allen Gewerbegebieten aktiv. Den zusätzlichen Bedarf an glasfaserbasierten Breitband-Internetanbindungen aufgrund der Digitalisierung in Unternehmen, Home-Office- und Home-Schooling-Anwendungen versuchen wir gerecht zu werden. Aktuell testen wir unser LoRaWAN-Netzwerk für Smart-City-Anwendungen.

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