Bundesliga

„Wie ein Papa“: Naldo in neuer Rolle auf Schalke

Samstag, 17. Oktober 2020 - 12:00 Uhr

von Von Ulli Brünger, dpa

Cheftrainer und sein Co. auf der Schalker Bank: Manuel Baum (l) und Naldo. Foto: Guido Kirchner/dpa

Gelsenkirchen (dpa) - Mit dem neuen Chefcoach Baum kehrt auch ein alter Bekannter zurück zu Schalke 04: Der langjährige Abwehrchef Naldo soll als Bindeglied zwischen Trainer-Team und der verunsicherten Mannschaft fungieren. Gegen Union Berlin am Sonntag soll endlich die schlimme Serie enden. Mit diesem Comeback hatte im Schalker Umfeld niemand gerechnet. Die Verpflichtung des früheren Abwehrchefs Naldo beim Revierclub Ende September war ein echter Überraschungscoup.

Doch der 38 Jahre alte Brasilianer soll nicht die marode Abwehr des Fußball-Bundesligisten zusammenhalten, sondern als Co-Trainer seine Erfahrung im Profigeschäft einbringen und vor allem als Bindeglied zwischen dem neuen Cheftrainer Manuel Baum und der Mannschaft fungieren.

Für die vergleichsweise lächerliche Ablösesumme von rund zwei Millionen Euro hatte Schalke den Abwehrrecken im Januar 2019 zur AS Monaco ziehen lassen. Wenige Wochen später trat der jetzige Sportvorstand Jochen Schneider als Nachfolger von Christian Heidel seinen Dienst im Ruhrgebiet an. „Als ich im März 2019 hierher kam, sagten mir alle, dass es ein großer Fehler gewesen sei, Naldo kurz zuvor gehen gelassen zu haben. Er sei ein Leader und wie ein Papa für die Mannschaft gewesen“, erklärte Schneider jüngst im „Kicker“-Interview.

Als Trainer ist Naldo ein Lehrling, gleichwohl kann der Fanliebling auf Schalke einiges bewirken. Nicht nur Schneider hofft angesichts der saisonübergreifenden Serie von 19 Bundesligaspielen ohne Sieg, dass er „uns die Sonne zurückbringt.“ Mit der Erfahrung von über 500 Pflichtspielen sei er ein großer Gewinn, so Schneider: „Natürlich ist er ein Trainerneuling. Aber entscheidend für uns war die Kombination aus menschlicher und sportlicher Kompetenz. Naldo wird viel positive Energie in unsere Kabine bringen.“

Auch der Chefcoach ist von Naldos Qualitäten überzeugt, der sich in den ersten drei Wochen fleißig und wissbegierig einbrachte, auf dem Trainingsplatz und in Gesprächen mit den Profis ein wertvollen Faktor ist. „Er kennt die Mannschaft, den Verein, das Umfeld. Und er ist ein Mensch, der unfassbar viel Energie spenden kann“, lobte Baum.

Kurioserweise hatte sich Naldo, der sich in seiner neuer Rolle mit Statements bisher sehr zurückhält, wenige Tage vor seiner Vorstellung anlässlich des Duells seiner beiden Ex-Clubs Schalke und Bremen bei Sky zur Situation geäußert. „Ich hoffe, dass beide nichts mit dem Abstieg zu tun haben werden. Aber es muss sich schnell was ändern. Die Saison ist lang, aber sie müssen sofort kapieren, dass jedes Wochenende zählt“, sagte Naldo.

Schalke verlor danach sein Heimspiel gegen Werder mit 1:3. Ob Naldo da schon geahnt hatte, dass er drei Wochen später bereits eine Art zweite Heimpremiere auf Schalke feiern würde? Gemeinsam mit Baum wird der dreifache Familienvater an Sonntag (18.00 Uhr/Sky) gegen den 1. FC Union Berlin erstmals in der Veltins-Arena auf der Trainerbank sitzen.

„Es fühlt sich gut an, zurück auf Schalke zu sein. Jeder weiß, dass ich den Verein in mein Herz geschlossen habe. Ich möchte all das, was ich in meinen knapp 19 Jahren als Profi gelernt habe, jetzt als Mitglied des Trainerstabs einsetzen und Manuel Baum so gut es geht unterstützen“, sagte Naldo. Die Perspektive ist für ihn neu, das Ziel aber dasselbe wie als Spieler: Ein Sieg und drei Punkte. Und endlich die schwarze Serie durchbrechen.

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